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Klassentreffen in Slowenien

17.04.2026 01:08:02 | Peter

Spitzenkampf in der Prva Liga - drei Ex-Servettiens sind dabei

 

Die slowenische Adriaküste ist mit 46 Kilometern nicht sonderlich lang. Etwa in der Hälfte der Küste liegt das Städtchen Koper. Fussballerisch sicherlich nicht der Nabel der Welt. Nur einmal konnte der ortsansässige Fussballklub den Meistertitel auf die istrische Halbinsel bringen. Fünf Pokalsiege stehen ebenfals im Palmarès des FC Koper. Am vergangenen Dienstag zog dennoch ein Spiel im lokalen Stadion Bonifika das Interesse auf sich. Es entpuppte sich als Klassentreffen für geschundene Ex-Servettiens.

Gleich drei Akteure mit Servette-Vergangenheit versammelten sich zum Spiel in der Prva Liga (1. Liga Sloweniens) zwischen dem FC Koper und dem NK Maribor. Nach Einsätzen für den SFC sucht man in den Viten der drei Spieler vergeblich. Denn sia alle standen in der Saison 2023/2024 in Genf unter Vertrag - der Spielzeit des "Mail-Gates".

Bassirou N'Diaye und Omar Rekik wechselten damals mit grossen Hoffnungen in die Rhône-Stadt. Angreifer N'Diaye wollte bei den Grenats seinen Durchbruch im Profigeschäft packen. Rekik, eine Leihgabe vom Arsenal FC aus England, wollte sich als Stammspieler etablieren. Aufgrund einer nicht verschickten Mail erteilte die Swiss Football League den beiden Spielern keine Lizenz. Für die im Winter geholten Verstärkungen ein Super-GAU. Sie mussten die ganze Rückrunde von der Tribüne aus verfolgen (wir berichteten). Besonders schlimm traf es N'Diaye. Denn dieser zog sich im Training eine Knieverletzung zu, die ihn über den damaligen Sommer hinaus ausser Gefecht setzte (wir berichteten). Der Dritte im Bunde ist der Franzose Ilann Petrisot. Dieser war 2024 in Servettes U21 aktiv, schaffte es aber nie ins Fanionteam.

N'Diaye kann sich endlich beweisen

Nachdem der Leihvertrag in Genf ausgelaufen war, kehrte der Senegalese zum FC Lorient zurück. Dort hoffte er auf Spielzeit in der Ligue 2. Schlussendlich setzte man in der Bretagne aber nicht auf seine Dienste. N'Diaye wurde im Reserveteam zwischengeparkt. Letzten Sommer zog es in zur AS Cannes in der vierten französischen Liga. Von dort aus ging es im Wintertransferfenster weiter zum FC Koper. Bei seinem neuen Arbeitgeber bekommt der 24-jährige endlich die Chance, sich in der höchsten Liga eines Landes zu beweisen. Und der schnelle Offensivspieler bedankt sich für das Vertrauen mit Leistung. In den ersten zehn Partien "netzte" N'Diaye fünfmal ein und legte drei Tore auf. Am Dienstag durfte er sich ebenfalls in die Torschützenliste eintragen.

Auch bei Rekik geht es aufwärts

Als Nomade tingelte der in Holland geborene Tunesier durch Europa. Nebst Klubs in den Niederlanden zählte der Defensivspezialist auch Stationen in Deutschland, Frankreich und England auf, wenn er auf seine jungen Jahre angesprochn wird. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz versuchte der heute 24-jährige nochmals bei Arsenal auf sich aufmerksam zu machen. Als man dort ebenfalls keine Zukunfstpläne mehr mit ihm hatte, heuerte er in Slowenien an (wir berichteten). Der NK Maribor gehört zu den renommiertesten Vereinen des Landes. Seit Januar 2025 ist er auch die Heimat von Abwehrpatron Rekik. Dieser scheint seine Karriere erfolgreich lanciert zu haben. Dank regelmässiger Startelfeinsätze, wie auch in Koper, schaffte er zuletzt auch die Rückkehr ins tunesische Nationateam, für welches er bereits 2021 debütieren durfte.

Petrisot hat viel Arbeit vor sich

Im Gegensatz zu den anderen beiden Akteuren, kehrte Petrisot dem Servette FC erst letzten Sommer den Rücken. Beim BV De Graafschap suchte er die nächste Chance auf den Durchbruch. Als er auch in den Niederlanden kurzfristig nicht an sein Ziel kam, entschloss er sich, den Verein im Winter zu verlassen. Seither ist der 21-jährige ein Teamkollege von N'Diaye beim FC Koper. Wie bei N'Diaye ist es auch für Petrisot das erste Mal in einer höchsten Landesliga. Und noch hat er sein Ziel nicht erreicht. Der Flügelspieler kommt primär als Joker zum Einsatz. Für einen Stammplatz reicht es dem einstigen Juniorennationalspieler Frankreichs noch nicht. "Arbeit, Arbeit, Arbeit", wird sein Credo für die nächsten Wochen lauten. Das Spiel vom Dienstag verfolgte der frühere SFC-Nachwuchsspieler von der Ersatzbank aus.

Im direkten Duell der beiden Mannschaften zog der FC Koper diesmal das bessere Los. Gleich mit 3:1 konnten N'Diaye, Petrisot & co. gewinnen. Damit bleibt man erster Verfolger von Tabellenführer NK Celje. Diesem ist der Titel aber kaum noch streitig zu machen. Maribor lauert hinter Koper auf Rang drei, muss sich aber eher nach hinten, als nach vorne orientieren.