Nennt man dies nun ein "Fake-Fake-Shirt"?
Im Dezember schrieben wir an dieser Stelle über Fake-Shirts, welche aus Asien ihren Weg in die Schweiz finden. Auch der Servette FC ist dabei nicht verschont. Imitate der Trikots des 17-fachen Schweizermeisters können online zu Spottpreisen erworben werden (wir berichteten). Nun regt eine Geschichte aus Deutschland zum Schmunzeln an - auch wenn sie nicht SFC-relevant ist.
In seiner Freizeit tobt sich der deutsche Grafikdesigner Philipp Truxa gerne aus. Der Fussballfan lässt seiner Kreativität freien Lauf und kreiert Muster von sogenannten "Concept Kits", die er auf Instagram veröffentlicht. Ein "Concept Kit" ist ein Fussballshirt, teilweise gar ein komplettes Dress, dessen Design von irgendjemandem frei erfunden wurde. Was zu Schulzeiten noch Kritzeleien in Schulheften waren, sind heute digitale Grafiken, die täuschend "echt" aussehen. Für die anstehende FIFA Weltmeisterschaft hat sich Truxa Gedanken gemacht, wie sein Heimatland Deutschland in Nordamerika auflaufen könnte. Während die Deutschen ihr erstes Trikot schon längers präsentiert haben, ist zum Ausweichshirt noch überhaupt nichts bekannt. "Grüne Wiese" also für Truxa, der aus Spass ein schwarzes Shirt designt hat, das er in einem weiteren Post mit KI Nick Woltemade überzog. Soweit so gut.
Mit was Truxa wohl nicht gerechnet haben dürfte - sein "Concept Shirt" wurde für das offizielle, deutsche Auswärtstrikot gehalten und ging um die Welt. In Südamerika wird über das Trikot gesprochen - in Europa ebenso. In Asien geht die Geschichte sogar noch weiter. Denn dort fiel man ebenfalls auf die, nicht als Streich gemeinten, Posts herein. Kurzum schnappte sich ein asiatischer Onlinehändler das Design und lässt das inoffizielle Trikot als Fake-Shirt produzieren. Wenn man so will, ist dies also ein "Fake-Fake-Shirt". Mit unter CHF 15.- ist dieses Shirt ein Schnäppchen, das sich auf dem Preisniveau anderer Fake-Shirts bewegt. Truxa ist völlig perplex, was aus seinen kreativen Ergüssen geworden ist. Übrigens,! Auch das Social-Media-Team von Ausrüster Adidas hat Wind von der Sache bekommen. Lässt sich der deutsche Sportartikelhersteller vielleicht sogar zu einer offiziellen Produktion bewegen?

Social Media