Doch kein Kunstrasen im Stade de Genève?
Auf welcher Unterlage wird der Servette FC künftig seine Heimspiele austragen? Diese Frage beschäftigt seit einigen Wochen die Vereinsverantwortlichen der Calvin-Städter (wir berichteten). Nun scheint die Diskussion auf der Zielgeraden zu sein.
Wie so oft ist es die Tribune de Genève, welche an Insiderinformation gekommen sein soll. Stimmen diese Gerüchte, dann ist der Kunstrasen vom Tisch. Die Lösung soll ein neuer, "gestitchter" Naturrasen sein. Bei diesem Verfahren werden, im Abstand von zwei Zentimetern, je sechs synthetische Fasern 18 Zentimeter tief in einen Sandboden eingelassen. Anschliessend wird, um das künstliche Netz herum, ein Naturrasen verlegt. Durch diese Technik wird die Unterlage verstärkt und widerstandsfähiger gemacht. Auch der Trainingsplatz im Centre sportif de Vessy wurde "gestitcht". Gemäss der genfer Zeitung sollen auch die Plätze sämtlicher Premier-League-Stadien in England einen solchen Rasen vorweisen.
Das Trainingsgelände soll auch einer der Gründe gewesen sein, weshalb man sich für diese Variante entschieden habe. Der Platz und die Anlage im Süden der Stadt wurde letztes Jahr für 8 Millionen Franken in stand gesetzt und dem Servette FC gratis überlassen. Weil nun auch Renovierungsarbeiten und neue Kunstrasenplätze im Stade de Balexert anfallen, welche wiederum von der öffentlichen Hand finanziert werden, gibt man sich demütig. Wenn im Stade de Genève ein Kunstrasen läge, würden Trainingseinheiten in Vessy keinen Sinn mehr ergeben. Die Steuergelder wären also umsonst eingesetzt worden. Das Risiko wäre zu gross, um den Klub ins falsche Licht zu rücken. Auf der anderen Seite wird aber auch dasa Thema "Nationalmannschaft" eine Rolle gespielt haben. SFV-Präsident Knäbel drohte bereits damit, keine Länderspiele mehr in Genf austragen zu wollen, wenn dort ein Kunstrasen verlegt werden würde.
Auch wennn eine Plastikunterlage günstiger käme, können mit dem neuen Lösungsansatz Kosten reduziert werden. Am Verhandlungstisch geht es nun um die Aufteilung dieser Kosten. Die Fondation du Stade de Genève will eine Kostenübernahme für Strom und die Rasenheizung durch den SFC. Als Mieter will dieser jedoch möglichst wenig Unterhaltskosten bezahlen müssen. Hier gilt es in den nächsten Tagen und Wochen noch nachzuverhandeln.
Übrigens, durch die WM im nächsten Sommer endet die Saison 2025/2026 schon im Mai. Dies würde bedeuten, dass man genug Zeit hätte, um den neuen Rasen in der Sommerpause zu verlegen und Wurzeln schlagen zu lassen.
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