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Kalte Dusche zum Rückrundenauftakt

10.02.2014 00:00:00

Schaffhausen lässt Servette alt aus der Wäsche schauen 

Eine taktische Meisterleistung in Genf: (fcschaffhausen.ch (shn.ch) / 10.02.2014)

 

Der FC Schaffhausen siegt im Spitzenkampf bei Servette deutlich mit 3:1 und kann den Vorsprung auf Genf vergrössern und den Rückstand auf Leader Vaduz verkleinern, weil die Liechtensteiner in Wohlen Punkte liegen liessen.

 

Zur Halbzeitpause gab es für die Servette-Profis noch Pfiffe, beim Schlusspfiff war das Stade de Genève in Schweigen gehüllt. Einzig die mitgereisten Anhänger aus Schaffhausen waren noch im fast leeren Rund zu hören. Dass Servette aber mit 1:3 unterlag – sogar ihr einziger Treffer fiel nur dank einem umstrittenen Handspenalty in der 88. Minute –, hatte viel mit der grossartigen Leistung der Gäste aus Schaffhausen zu tun.

 

Solide Abwehrleistung

 

Diese zeigten schon in der ersten Halbzeit, dass das Motto in Genf «Defense First» lautete, und stützten sich auf eine solide Leistung in der Verteidigung. Mit einer der wenigen Chancen im ersten Durchgang ging dann der Aufsteiger eher überraschend in Führung: Servette-Aussenverteidiger Anthony Sauthier köpfte einen Flankenball ins eigene Tor ein – hinter ihm wäre jedoch Faruk Gül bereitgestanden. Servette war vom Gegentreffer sichtlich geschockt und wechselte bereits zur Halbzeitpause mit Neuzugang Xavier Margairaz und Christopher Routis zwei offensive Akteure ein. Viele erwarteten nun ein Feuerwerk der Servettiens, doch es kam völlig anders: In den Minuten nach dem Seitenwechsel dominierte einzig der FC Schaffhausen.

 

Frontino und Rossini treffen

 

Nach einem schönen Fallrückzieher von Gül, der noch übers Tor von Servette-Torhüter Roland Müller segelte, liess sich FCS-Captain Gianluca Frontino nicht zweimal bitten. Frontino spielte sich mittels eines herrlichen Doppelpasses mit Sehar Fejzulahi frei und schob alleine vor dem Torhüter eiskalt in die untere rechte Ecke ein. Auch in der Folge wussten die Munotstädter die besseren Chancen auf ihrer Seite. In der 58. Spielminute rutschte Frontino nur knapp an einer Vonlanthen-Hereingabe vorbei. Zwei Minuten später fiel die Entscheidung im Spitzenkampf: Topskorer Patrick Rossini zog von der Seite aus spitzem Winkel ab und versetzte den Genfern mit dem 0:3 den K.-o.-Schlag. Diese kamen in der gesamten Partie trotz zahlreichen Freistössen und Eckbällen nur zu einer einzigen Riesenchance, als in der 78. Minute der souveräne FCS-Schlussmann Vaso Vasic einen Kopfball von Innenverteidiger Christopher Mfuyi über das Tor lenken musste. Der Penaltytreffer durch Geoffrey Tréand zwei Minuten vor Schluss diente einzig noch der Resultatkosmetik. Ausserdem hätte der FCS schon im vorhergehenden Konter einen Freistoss zugesprochen bekommen müssen, als Gül in einem Laufduell rüde umgestossen wurde. «Die Mannschaft hätte heute das zu null verdient gehabt», merkte auch Schaffhausen-Trainer Maurizio Jacobacci nach dem Sieg beim direkten Konkurrenten an, «doch ich bin hochzufrieden mit unserer Leistung. Wir haben einen perfekten Teamauftritt gegen eine äusserst starke Mannschaft abgeliefert – das Gezeigte macht mich stolz.» Auch Torschütze Patrick Rossini freute sich nach dem 3:1-Erfolg: «Der heutige Sieg ist extrem wichtig für uns, denn wir haben gegen einen Aufstiegsfavoriten gewonnen. Ich denke nicht, dass Servette heute schlecht gespielt hat – wir haben einfach geschickt abgewartet und konzentriert unser Spiel durchgezogen.» Der nächste Ernstkampf für die Gelb-Schwarzen steht am kommenden Samstag auswärts in Locarno an. «Wir müssen bedenken, dass der heutige Sieg nichts wert ist, wenn wir im Tessin Punkte abgeben», so Jacobacci vorausschauend auf kommende Aufgaben, «es wird ein völlig anderes Spiel werden. Die Räume werden noch enger werden, und wir werden das Spiel machen müssen.»

 

Aufgeholt Vaduz lässt Punkte liegen

 

Durch das 3:1 in Genf rückt der FC Schaffhausen dem Leader näher. Der FC Vaduz überzeugte am Samstag beim Letzten FC Wohlen nicht, kann sich jedoch nicht über das 1:1-Remis beklagen. Dass Wohlen in dieser Saison bisher 31 Punkte weniger gesammelt hat als die Liechtensteiner, war nicht nachvollziehbar. Die Aargauer waren dem Sieg näher. Sie kamen durch ein Penaltytor von Paiva in der 76. Minute zum verdienten Ausgleich und hatten danach die beste M&oouml;glichkeit zum Sieg, als Romano in den Schlussminuten allein stehend an Goalie Peter Jehle scheiterte. Der Vorsprung auf den FCS beträgt noch drei Punkte. / http://www.fcschaffhausen.ch (http://www.shn.ch)

 

 

Servette FC – FC Schaffhausen 1:3 (0:1)

 

Stade de Genève : 3‘415 Zuschauer

Schiedsrichter : Lukas Fähndrich ; Pierre Cédric Cordnier, Issam Hamrouni

Tore : 36’ Sauthier (Eigentor) (0:1), 51’ Frontino (0:2), 51’ Rossini (0:3), 88’ Tréand (Handspenalty) (1:3)

 

Servette FC : Müller ; Aiyegbusi, Pont, Mfuyi, Sauthier ; Marazzi (68’ Tadic), Pasche (46’ Routis), Doumbia, Tréand ; Roux (46’ Margairaz), Placca

 

FC Schaffhausen : Vasic ; Büchel (52‘ Alioski), Schnorf, Thrier, Gonçalves ; Mangold (59’ Ndzomo), Fejzulahi (76’ Varga) ; Gül, Frontino, Vonlanthen ; Rossini

 

Verwarnungen : 33’ Gonçalves, 47’ Sautier, 56’ Vonlanthen, 67’ Fejzulahi

 

Bemerkungen : Servette ohne Bua, Dams, Fargues (Verletzt), Bytyqi, Cespedes, Crettenand, Gazzetta, Guedes, Kursner, Kutesa, Rodrigues (Nicht im Aufgebot), SFC-Pflichtspieldebüt von Xavier Margairaz ; Schaffhausen ohne Dos Santos, Mollet (verletzt), Sorgic (Krank), Baumgartner, Demhasaj, Haxhija, Martic (Nicht im Aufgebot)

 


Die besten Szenen der Partie gibt’s hier im Video!