Später Lucky Punch gegen Vaduz
Der Aufsteiger schaut "vaduzt" aus der Wäsche
Die Servettiens feiern den zweiten Heimsieg in Folge. Gegen Aufsteiger Vaduz ist die Gourvennec-Truppe selbst schuld, dass das Aufeinandertreffen zu einem derartigen Zitterspiel geworden ist.
Nach einer munteren Startphase lagen sich die Grenats in den Armen. Pünktlich zur Viertelstundenmarke zog Lopes aus der Ferne ab. Das Geschoss des Franzosen schlug unhaltbar im Winkel ein. Ein Tor mit dem Prädikat Extraklasse. Die Weichen waren gestellt. Und kaum war das Spiel wieder angepfiffen, donnerte Mutandwa einen Distanzschuss ans Gebälk. Es schien, als würde es dort weitergehen, wo man gegen Sion oder Rotkreuz aufgehört hatte. Doch dann wendete sich das Blatt. Man darf darüber Spekulieren, ob Servette mit einer neuen Taktik an das Duell mit den Liechtensteinern gegangen ist, oder ob die Genfer plötzlich nicht mehr in die Gänge kamen. Auf jeden Fall überliess man dem Gegner den Spielaufbau, was sich in (zwischenzeitlichen) 70% Ballbesitz für die Vaduzer wiederspiegelte.
Den Ballbesitz konnten die Gäste lane nicht zu ihren Gunsten nurtzen. Es dauerte bis in die 28. Minute, ehe der FCV Gertmonas ein erstes Mal ernsthaft fordern konnte. Den Freistoss von Schwizer fischte der SFC-Keeper problemlos herunter.
Auf der Gegenseite blieb es auch für längere Zeit ruhig. Dann setzte Lambourde Walker unter Druck. Der Franzose blockte den Befreiungsversuch seines Kontrahenten. Die Kugel sprang gefährlich in Richtung Tor, kullerte dann aber knapp am Pfosten vorbei.
Beim Stand von 1:0 wurden schliesslich die Seiten gewechselt.
Für den zweiten Durchgang fassten sich die Grenats ein Herz. Die Gourvennec-Elf war nun offensiver ausgerichtet und setzte das Gegenüber öfters unter Druck. Schaffran, der Mann im Tor der Liechtensteiner, musste gleich zwei Mal intervenieren, als Mutandwa bzw. Lambourde zum Abschluss kamen. Der Deutsche blieb im Fokus. Nach 75 Minuten rettete Schaffran vor Karlsson und hatte anschliessend Glück, dass Ouattaras Nachschuss von einem Verteidiger geblockt wurde.
Der SFC hätte das 2:0 längst verdient gehabt. Doch dann wagte sich auch Vaduz nach vorne. Dalipi passt zu Djokic, der legt mit der Hacke wieder für den Passgeber ab. Dalipi, der Shootingstar der Liga, taucht alleine vor Gertmonas auf und erwischt diesen im nahen Eck. So gleicht der FC Vaduz in der 77. Minute aus. Das darf ja nicht wahr sein!
Mittlerweile muss man jedoch anerkennen, dass ein Wandel durch die Mannschaft der Calvin-Städter gegangen ist. Vor ein paar Wochen hätte man dieses Spiel noch aus den Händen gegeben. Gestern kam es anders. Denn ein Mann hatte "sein Tor" noch nicht bekommen. Servettes Mutandwa ist in bestechender Form und erzielte 6 Tore in den letzten 5 Pflichtspielen. Der Sambier suchte den erneuten Führungstreffer. Per Fallrückzieher klappte es nicht - aber vielleicht per Weitschuss? In der 85. Minute verschaffte sich die Cagliari-Leihgabe Platz und ging dann in den Abschluss. Mit einem platzierten Flachschuss traf er in die untere, linke Ecke und markierte das 2:1! Da schauten die Gäste "vaduzt" aus der Wäsche. Dem Servette-Anhang konnte es egal sein, denn wenig später war die Partie zu Ende!
Der Servette FC schlägt den Aufsteiger aus dem Fürstentum und addiert die nächsten drei Zähler auf den Punktestand. Es war keine grosse Fussballnacht, die das Stade de Genève gestern Abend gezeigt bekommen hatte. Aber es waren weitere positive Signale für die Mannschaft, die am kommenden Wochenende in der Ostschweiz beim FC St. Gallen 1879 überzeugen muss. Seien wir gespannt, ob man sich auch dann behaupten kann.
Servette FC – FC Vaduz 2:1 (1:0)
Stade de Genève : 6'850 Zuschauer
Schiedsrichter : Luca Cibelli ; Vital Jobin, Nicolas Tuberosa
VAR : Luca Piccolo ; Urs Schnyder
Tore : 15' Lopes (1:0), 77' Dalipi (1:1), 85' Mutandwa (2:1)
Servette FC : Gertmonas ; Mendes, Rouiller, Burch, Mazikou ; Simo (70' Douline), Naressi ; Lambourde (70' Ouattara), Lopes (78' Njoh), Karlsson (90' Allix) ; Mutandwa
FC Vaduz : Schaffran ; Hasler (73' Beeli), Lang, Berisha, Schwizer ; Mack (34' Walker) ; Stark (73' Eberhard), Cabrera (60' Djokic) ; Cocic ; Dalipi, Monsberger (73' Kasper)
Verwarnungen : 12' Mendes, 24' Rouiller, 25' Naressi, 37' Cocic, 50' Stark, 61' Hasler
Bemerkungen : Servette ohne Cognat, Fofana, Frick, Izquierdo, Sida, Stevanovic (Verletzt), Bronn, Fomba, Jallow, Rieder, Severin (Nicht im Aufgebot), 19' Pfostenschuss von Mutandwa ; Vaduz ohne Simani (Gesperrt), Akhalaia, Neelakandan, Seiler, Sorgic (Verletzt), Föllmi, Öhri (Nicht im Aufgebot)