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U21 kassiert Forfaitniederlage

18.10.2026 02:30:43 | Peter

Kein Jahr ohne administrative Panne

 

Es ist wieder so weit - der Servette FC verzeichnet seinen (fast schon) jährlichen, administrativen Bock. Betroffen ist die U21, die nun ihr "kleines" Léman-Derby gegen die U21 des FC Lausanne-Sport forfait verliert.

Das besagte Spiel fand am Sonntag, 04.10.2026 statt. Im für Servette heimischen Stade de Balexert gingen die Waadtländer nach 19 Zeigerumdrehungen durch Renovales in Führung. Die Calvin-Städter glichen mit Nunez nach einer guten halben Stunde aus. Im zweiten Durchgang ging "LS" durch Avdic wieder in Führung. Benammar egalisierte das Skore in der 77. Minute und sorgte für den 2:2-Endstand.

Zu viele Spieler mit Non-HTP-Status

Für die Partie in der 1. Liga Classic durfte U21-Trainer Jeff Saibene auf Verstärkung aus dem Fanionteam zählen. Der ausgemusterte Dylan Bronn und der wiedergenesene Yoan Severin bildeten das Abwehrzentrum. Zudem wirbelte Thomas Lopes in der Offensive.

Die drei Verstärkungen haben eine Gemeinsamkeit - sie alle gelten als sogenannte "Non-HTPs". Damit sind Spieler gemeint, die nicht in der Schweiz ausgebildet worden sind. Mindestens drei Jahre lang muss ein Spieler bei einem Verein des SFV registriert sein, um als "HTP" zu gelten. Die lokal ausgebildeten Spieler dürfen frei eingesetzt werden. Bei "Non-HTPs" sind die Regularien strikter ausgelegt. Maximal fünf Akteure mit Non-HTP-Status dürfen in der 1. Liga Classic zeitgleich auf dem Rasen stehen. Im Falle der betroffenen Partie war das Kontingent bereits beim Anpfiff ausgeschöpft. Nebst Bronn, Lopes und Severin galten auch die U21-Kicker Claude Jacquet und Melvyn Zoghlami als "Non-HTPs".

In der 64. Minute kam es zu einem folgenschweren Wechsel. Saibene schickte Albonit Nishori aufs Feld. Der Angreifer ist in Frankreich aufgewachsen und spielt erst seit zwei Jahren in der Schweiz. Folglich galt auch er als "Non-HTP". Somit standen gleichzeitig sechs "Non-HTPs" auf dem Platz. Es war ein Regelverstoss, der dem Gegner nicht entgangen ist. Nishori hätte für einen anderen Teamkollegen mit demselben Status eingewechselt werden sollen. So hätte es nichts zu beanstanden gegeben.

Wo lag der Fehler?

Weder Jeff Saibene, noch der Servette FC haben sich öffentlich zur Forfaitniederlage geäussert. Es gibt zwei Theorien, weshalb es zum Fauxpas gekommen sein könnte:

Alban Nishori; Der 17-jährige Kosovare pendelt regelmässig zwischen verschiedenen Nachwuchsmannschaften der Grenats. Es kann gut sein, dass das Trainerteam vergessen hatte, dass Nishori erst seit zwei Jahren in der Schweiz aufläuft.

Melvyn Zoghlami: Die wahrscheinlichere These ist diejenige von Melvyn Zoghlami. Auch der Linksverteidiger stammt ursprünglich nicht aus Genf. Zoghlami hat tunesische Wurzeln, ist aber in Frankreich aufgewachsen. Über den Meyrin FC landete er beim SFC und unterschrieb dort kürzlich seinen ersten Profivertrag. Wie oben erwähnt, kann sich der Status eines Spielers verändern, wenn er drei Jahre lang in der Schweiz registriert ist. Gemäss unseren Informationen gilt der tunesische U20-Nationalspieler mittlerweile als "HTP". Der SFV nimmt es bei den drei Jahren ganz genau. Denn die Frist wird auf den Tag heruntergezählt. Die Vermutung liegt nahe, dass man in Genf davon ausgegangen ist, dass Zoghlami seit dem Monatswechsel als "HTP" gilt. Dem war aber nicht so.

Zum Schluss kann es uns aber allen egal sein. Die Forfaitniederlage ist in Stein gemeisselt und bremst die U21 im Aufstiegskampf leicht aus. Verloren ist noch nichts, ärgerlich ist die Situation trotzdem.