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Eine zweite Chance in Nicaragua

13.10.2026 01:32:27 | Peter

Freddy Ortíz greift in Mittelamerika nach den Sternen

 

Es ist Sonntagnachmittag. Im Estadio Nacional von Managua, einem für Groundhopper eindrücklichen Stadion, läuft ein Spiel der obersten nicaraguanischen Liga. Der San Marcos FC empfängt den CS Sébaco FC.

Eigentlich nichts besonderes, wenn da nicht ein besonderer Mann auf der Ersatzbank des San Marcos FC sitzen würde. Freddy Ortíz ist in der Schweiz den wenigsten Fussballfans ein Begriff. Ehrlichwerweise muss man gestehen, dass sein Name auch in Nicaragua nicht gerade geläufig ist. Mit seinen 20 Jahren steht der Youngster aber auch erst am Anfang seiner Karriere.

Ortíz ist in Genf geboren und hat dort gegen seine ersten Bälle getreten. Als Jugendlicher schafft er den Sprung in die Nachwuchsakademie des Servette FC. Bis zur U19 trägt er das Trikot der Grenats, spielt an der Seite von Johan Manzambi, Tiemoko Ouattara, Loun Srdanovic oder Keyan Varela. Während seine ehemaligen Teamkameraden den Sprung in den Profifussball schon in frühen Jahren meisterten, musste Ortíz unten durch. Der Rechtsaussen wechselte vom SFC in die 2. Liga Interregional. Der Signal FC Bernex-Confignon nahm den Jungspund auf. Beim Quartierverein war nach einer halben Saison ebenfalls Schluss. Ortíz zog weiter zum Meyrin FC - in die zweite Mannschaft! Nichts deutete darauf hin, dass der Flügelläufer nochmals auf der Fussballlandkarte auftauchen wird.

Im Sommer überraschte der Offensivsopieler mit einem Wechsel in die höchste Liga Nicaraguas. Der San Marcos FC nimmt Ortíz unter Vertrag. Die einstige Servette-Nachwuchshoffnung profitierte von nie abgebrochenen Kontakten. Zu Zeiten beim SFC durfte der Doppelbürger in der U20-Nationalmannschaft der Mittelamerikaner debütieren. Nun scheint die Luftveränderung zum letzten Strohhalm geworden zu sein. Schafft es Ortíz doch noch (nachhaltig) ins Profigeschäft? Die nächsten Monate bei San Marcos werden es zeigen. Momentan liegen die "Canarios" auf dem siebten von zehn Tabellenplätzen. Zum Selbstläufer wird das Unterfangen definitiv nicht. Auch gegen Sébaco setzt es am Sonntag eine 2:0-Pleite. In Mittelamerika gilt die Primera División von Costa Rica als das beste Sprungbrett. Ortíz muss versuchen, über seine zweite Heimat ins Nachbarland zu kommen. Von dort aus winken die Honigtöpfe des mexikanischen Fussballs, oder der MLS. Momentan steht Ortíz bei drei Pflichtspieleinsätzen. Der Weg ist noch steinig.


Foto: instagram.com/sanmarcosfcoficial