Ein Trio sitzt die Hinrunde ab
Schwierige Situation für drei Servettiens
Seit seiner Ankunft beim Servette FC krempelte John Williams den Kader um. Während der Sportchef gewisse "Altlasten" bereinigen konnte, gab es für drei Akteure keine passende Lösung.
Angeführt wird die Liste von Dylan Bronn. Der Verteidiger weilte anfangs Sommer noch mit Tunesiens Nationalteam an der FIFA Weltmeisterschaft. Während eine WM-Teilnahme ein Karrierebooster für einen Spieler sein kann, scheint sie für Bronn genau das Gegenteil bewirkt zu haben. Der 31-jährige ist auf dem Abstellgleis gelandet. Die Verletzungsanfälligkeit sowie die verpasste Saisonvorbereitung sprachen klar gegen den Neuzugang vom Sommer 2025. Zuletzt schnürte er seine Schuhe für Servettes U21, um wenigstens etwas Spielpraxis zu bekommen. Chancen auf Einsätze mit dem Fanionteam gibt es keine mehr. Um eine "Non-HTP-Lizenz" auf der Kontingentliste der SFL einzusparen, wurde Bronn gar nicht für den Ligabetrieb angemeldet. Die Zeichen stehen also ganz klar auf Abschied. Ende August wurde der Routinier mit Espérance de Tunis in Verbindung gebracht (wir berichteten). Daraus geworden ist anschliessend nichts.
Als "Verlierer des Sommers" darf sich wohl oder übel Lamine Fomba bezeichnen. Der grossgewachsene Mittelfeldspieler nahm an der kompletten Vorbereitungsphase teil und kam sogar gegen den FC Luzern zu einem Kurzeinsatz. Beinahe mit der letztmöglichen Aktualisierung der Kontingentsliste wurde Fomba dann aber aus dem Kader gestrichen. Dies aus denselben Gründen, wie bei Dylan Bronn. Der Entscheid der Vereinsführung soll bei Fomba (sowie Bronn) überhaupt nicht auf Verständnis gestossen sein. Laut der Tribune de Genève soll es intern zu heftigen Diskussionen gekommen sein. Spätestens zur Winterpause soll eine neue Lösung für den 28-jährigen her. Der Berater des Spielers ist gefordert.
Als dritte "Persona non grata" gilt, seit diesem Sommer, Ablie Jallow. Beim 27-jährigen waren die Servette-Verantwortlichen immer transparent. Schon beim Trainingsauftakt wurde der Offensivakteur in einer separaten Trainingsgruppe eingeteilt (wir berichteten). Mit einem Wechsel hat es bislang nicht geklappt. Kontakte soll es aber durchaus gegeben haben. Aus Portugal sollen es Interesse gegeben haben. Dennoch erhielt kein Klub eine Zusage des Gambiers. Für den SFC bleibt die Situation unverändert. Jallow soll im Winter verkauft werden.
Besonders das Thema mit den internen Unruhen wurde von der TdG aufgegriffen. Darauf angesprochen zeigte John Williams Verständnis für den Unmut der Spieler. "Ich selber hätte auch so reagiert. Dennoch bin ich da, um eine Marschrichtung vorzugeben. Man kann kein Omelett zubereiten, ohne Eier zu zerschlagen", liess der Engländer verlauten.
Fotos: R.B.