Es war eines der heissesten Themen des Transfersommers - die "Beinahe-Rückkehr" von Dereck Kutesa.
Der Flügelflitzer stand ganz zuoberst auf dem Einkaufszettel von Sportchef John Williams, der Kutesa gar persönlich kontaktierte. Der Spieler selbst, beim AEK Athen FC nicht immer erste Wahl, schien nicht abgeneigt. Kutesa reiste in die Schweiz, absolvierte einen Medizincheck - und reiste unverrichteter Dinge wieder ab. Der SFC verpflichtete Jesper Karlsson auf Leihbasis.
Noch bevor die Verhandlungen mit Kutesa gestoppt wurden, sickerten Details zum Deal durch. Servette wolle den bereits ausgehandelten Vertrag nochmals überarbeiten, Servette drückt den Preis der Ablösesumme - es waren nur die prominentesten Begründungen, weshalb das Eigengewächs doch nicht im Stade de Genève landete. In den Medien musste sich John Williams reichlich Kritik anhören (wir berichteten).
Mittlerweile sind einige Tage vergangen. Zeit, dass auch der Sportchef seine Sicht der Dinge erklären darf. Dies tat Williams gegenüber der Tribune de Genève. Dort redete der 50-jährige nicht um den heissen Brei herum. Es sei war, dass man das Angebot nach dem Medizincheck überarbeiten wollte. Kutesa sei zwar fit gewesen, dennoch war man skeptisch, ob er den ausgehandelten Fünfjahresvertrag zufriedenstellend erfüllt hätte. Mit dem Spieler habe man sich auf eine neue Laufzeit von drei Jahren geeinigt gehabt. Schlussendlich sei AEK Athen nicht mehr auf die revidierte Offerte eingegangen.
Diese Offerte enthielt eine wesentlich tiefere Ablösesumme, als ursprünglich vereinbart. Statt einer Million Euro bot der Servette FC im Nachgang nur noch 600'000 Euro. Für Williams war die Reduktion absolut nachvollziehbar. "Wenn wir die Million über fünf Jahre abschreiben können, dann kostet uns der Transfer 200'000 Euro pro Jahr. Bei drei Jahren Vertragslaufzeit muss man die Ablöse überdenken. Aufgrunddessen habe ich vorgeschlagen, den Betrag auf 600'000 Euro zu reduzieren. Das wollte AEK nicht", führt der Sportchef aus. Die Griechen schauten das Geschäft viel pragmatischer an. Ein Spieler wird verkauft - ein Abgang muss kompensiert werden. Die Vertragslaufzeit beim neuen Arbeitgeber schien niemanden zu interessieren.
Andere Vorwürfe zur Behandlung Kutesas während seines Aufenthalts in Genf, wies Williams entschieden zurück. Zum Zeitpunkt, als der dreifache Nationalspieler in die Schweiz reiste, fehlte das Einverständnis von AEK, dass sieser mit den Grenats verhandeln dürfe. Solange dieses nicht da ist, verbietet die FIFA Gespräche, oder das Bezahlen von Unterkunft und Reisespesen. "Als am Mittwochnachmittag die Freigabe eintraft, traf sich ein Vereinsvertreter noch am selben Abend mit dem Spieler im Hotel", gab der Engländer bekannt.
Williams sieht die Schuld für den geplatzten Transfer in Athen. So ganz überzeugend wirken die Erklärungen jedoch nicht.

Social Media