18 Partien in der Challenge League - dies ist der Erfahrungsschatz, den Sinclair Baddy Dega mit 28 Jahren als Profifussballer vorweisen kann. 2018/2019 kam er zu vier Teileinsätzen für den FC Lausanne-Sport, 2023/2024 folgten die restlichen Partien im Trikot des FC Stade Nyonnais. Baddy Dega ist nicht der grosse Name im hiesigen Fussball. Mehrheitlich tingelte der auf Guadeloupe geborene Schweizer durch die Promotion League und die 1. Liga Classic. Auch diesen Sommer schien alles auf einen weiteren Wechsel innerhalb des Regionalfussballs hinzudeuten. Dann kam ein Anruf aus Asien.
Bis vor ein paar Wochen sah alles noch danach aus, als würde der defensive Mittelfeldspieler die Saison 2026/2027 mit dem Lancy FC in Angriff nehmen. Nach einem halben Jahr beim Meyrin FC wechselte Baddy Dega innerhalb der 1. Liga Classic zum Quartierverein aus dem Süden Genfs. "Bevor ich bei Lancy unterschrieben habe, lag mir ein Angebot aus Thailand vor", erklärt er gegenüber "Proxifoot". "Als klar war, dass es mit dem Abenteuer in Thailand nichts wird, bin ich bei Lancy in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Und dann, nach ein paar Tagen, kam plötzlich die Möglichkeit nach Kambodscha zu wechseln. Alles ging sehr schnell. Ich habe mit dem Trainer telefoniert, sie haben sich ein paar Videos von mir angesehen und eine Offerte vorgelegt, welche ich schlussendlich akzeptiert habe", fasst der Neo-Asien-Söldner zusammen. Seit dem 22. Juli 2026 steht er offiziell beim Kirivong Sok Sen Chey FC unter Vertrag. Der Verein spielt in der höchsten Profiliga des Landes.
Ein neues Leben tut sich auf
Im Februar 2024 unterschrieb Baddy Dega bei der U21 des Servette FC. Damals sollte er die Defensive stabilisieren und den jungen Mitspielern mit seiner Erfahrung weiterhelfen. Wohl kaum hätte er damals gedacht, dass er zwei Jahre später im Ausland kicken würde - erst recht nicht in Asien. Anfangs Sommer habe er seinen Urlaub in Thailand verbracht. Dies sei seine allererste Reise auf diesen Kontinent gewesen, lässt der Mittelfeldpuncher den Reporter des Regionalfussballmagazins wissen. "Zu Beginn hatte ich Mühre mit der Luftfeuchtigkeit und der Zeitumstellung. Aber im Moment bin ich angenehm überrascht vom Leben hier".
Baddy Dega lebt in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Dort sieht er laut eigenen Angaben, wie der Fussball an Bedeutung gewinnt. Überall auf der Strasse soll er Kinder sehen, die einem Ball nachjagen. "Ich habe mich mit Spielern aus der Mannschaft unterhalten und sie haben mir alle gesagt, dass sich der Fussball in der Region in den letzten Jahren deutlich entwickelt hat."
"Es ist gewissermassen eine neue Karriere, die nun für mich beginnt", sinniert der gebürtige Genfer. Er habe für ein Jahr unterschrieben und will unbedingt Fuss in Asien fassen. Er schätzt, dass erfahrene Spielerprofile in Asien mehr geschätzt werden, als beilspielsweise in Europa. In der Schweiz habe er den Stempel eines "Halb-Profis" gehabt, weil er zu viele Jahre in der Promotion League oder der 1. Liga Classic verbracht habe. Dies bringe keine guten Angebote ein. Umso glücklicher sei er nun, dass er sich mit dem Auslandtransfer einen Karrieretraum erfüllen konnte. Der Kirivong Sok Sen Chey FC startet am kommenden Wochenende in die Meisterschaft. Zum Auftakt der "Cambodian Premier League" empfängt man den Svay Rieng FC. Defensivspezialist Baddy Dega kann es kaum erwarten, seine ersten Einsatzminuten zu absolvieren. Wir wünschen ihm viel Glück in seiner neuen Herausforderung.
Übrigens, Baddy Dega ist bereits der zweite Ex-Servettien, der diesen Sommer den Weg nach Südostasien fand. Erst vor ein paar Wochen unterschrieb mit Andreas Heimerl ein früherer SFC-Junior beim Negeri Sembilan FC in Malaysia (wir berichteten). Weitere spezielle Karrierestationen früherer Servette-Akteure findet ihr hier.
Foto: instagram.com/kirivongsoksenchey_fc

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