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Dezimiertes Luzern nimmt Punkt aus Genf mit

30.08.2026 21:24:30 | Peter

Offensiv planloses Servette gibt erneut Punkte her

 

In der Saison 2025/2026 blieb der Servette FC hinter seinen Erwartungen zurück. Nun droht die aktuelle Spielzeit nahtlos an die vorherige anzuknüpfen. Im Vorfeld der gestrigen Partie gegen den FC Luzern wirbelte der Transfermarkt ordentlich Staub auf. Die Situation um Junior Kadile, der Abgang von Florian Ayé, Gourvennecs Ankündigung von drei neuen Spielern - ruhig war die Woche nicht. Verletzungen von Edvinas Gertmonas und Mathis Lambourde galten als weitere Störfaktoren in der Matchvorbereitung.

Zum Erfreuen des eigenen Anhangs ging der SFC mit der ersten richtigen Möglichkeit in Führung. Kurz vor Ablauf der Startviertelstunde schickte Cognat Stevanovic in die Tiefe. Der Routinier hatte viel Platz und zog aus vollem Lauf ab. Der Schuss war nicht allzu platziert, landete aber dennoch zum 1:0 im Netz! Letica, der neue Mann im Kasten des FCL, ziegte eine Unsicherheit und liess den Schuss unter den Achseln durchrutschen. Ein Fehlstart für die Innerschweizer, deren Horizont sich wenig später noch mehr trübte. In einem Zweikampf tritt Kabwit unglücklich auf den Knöchel von Douline. Die offene Sohle taxierte der VAR als grobes Foulspiel und schickte Schiedsrichter von Mandach an den Bildschirm. Der Unparteiische kehrte auf den Rasen zurück und schickte den Kongolesen unter die Dusche.
Aus sicht des Heimteams ein Start nach Mass. Doch die Gourvennec-Elf machte zu wenig aus der numerischen Überlegenheit. Nach einer halben Stunde liefen die Grenats gar in einen Konter, Mikolajewski nimmt Tempo auf und bedient Ciganiks, der im Rücken der Abwehr völlig vergessen ging. Der lettische Nationalspieler, sonst eigentlich ein Defensivspezialist, zeigte sich vor dem Tor enorm abgebrüht. Mit einem frechen Chip überwand er Besson und verwandelte zum 1:1.
Servette wollte sofort auf den Rückschlag reagieren. Douline kam gefährlich zum Abschluss. Der Schuss des Franzosen war dann aber leichte Beute für Letica.
Mit dem 1:1 ging es in die Pause.
Zumindest zu Beginn des zweiten Durchgangs schien Jocelyn Gourvennecs Pausenansprache gewirkt zu haben. Die Servettiens orientierten sich nach vorne. Das Spiel war kaum angepfiffen, da hämmerte Mráz eine Stevanovic-Hereingabe per Volley aufs Tor. Letica reagierte blitzschnell und hatte Glück, dass der Abschlussversuch des Stürmers genau dort landete, wo er als Schlussmann stand.
In der Folge lieben die Grenats am Drücker. Der FCL konzentrierte sich auf die Defensivarbeit. Genau diese Spielweise bereitete den Hausherren unglaubliches Kopfzerbrechen. Unzählige Abschlussversuche wurden liegengelassen, weil man sich in der gegnerischen Abwehr vertändelte, oder schlichtweg kein Konzept fand. Es war enttäuschend was die Genfer offensiv zu Stande brachten. Auf der Gegenseite ging Luzern nach 57 Minuten beinahe in Führung. Bung Meng Freimann fehlten bei einer Standardsituation nur wenige Zentimeter, um das Leder über die Linie zu drücken. Mit vollem Körpereinsatz hielt Besson das Skore ausgeglichen.
Je länger die Partie dauerte, desto mehr Chancen kreierten sich die Calvin-Städter. Zum Unmut des eigenen Anhangs holten sie nicths aus den Situationen heraus. Erst haut Stevanovic einen Ball in die Wolken, dann fischt Letica einen Mazikou-Versuch aus dem Winkel. In der 88. Minute kombinierten sich Naressi und Debütant Sida durch die FCL-Abwehr. Der Abschluss des Brasilianers landete aber ebenfalls neben dem Gehäuse.
Tief in der Nachspielzeit hätten die Servettiens die Offensivflaute mit dem Siegtor kaschieren können. Mazikou wuselte sich in den gegnerischen Sechzehner. Seine Hereingabe landete irgendwie auf dem Fuss von Mráz der nur noch abdrücken musste. Der Slowake liess jedoch jegliche Coolness vermissen und feuerte einen "Kullerball" aufs Tor. Kein Problem für die Gäste - und kein Sieg für den Servette FC. Denn kurz darauf war Schluss.

Mit hängenden Köpfen mussten sich die Servettiens vom Anhang verabschieden. Das Alternativshirt blieb das einzige genfer Highlight auf dem Platz. Der Saisonstart hat nun gezeigt, wo der Schuh am meisten drückt. In der Offensive muss sich Servette deutlich steigern, wenn man um die eruopäischen Plätze mitspielen möchte. Zumindest bei Fofana sollen die Weichen für einen Transfer an den Genfersee gestellt worden sein. Er dürfte in den kommenden Stunden unterschreiben. In der Meisterschaft geht es am Donnerstag mit einer Auswärtsfahrt zum FC Lugano weiter. Erstmals wird man in der neuen AIL Arena auflaufen. Gegen den Tabellenführer käme ein "Turnaround" genau richtig. Doch es wird ein harter Brocken Arbeit werden.

Servette FC – FC Luzern 1:1 (1:1)

Stade de Genève : 8'054 Zuschauer
Schiedsrichter : Johannes von Mandach ; Susanne Küng, Matthias Sbrissa
VAR : Michèle Schmölzer ; Anojen Kanagasingam
Tore : 14' Stevanovic (1:0), 31' Ciganiks (1:1)

Servette FC : Besson ; Maceiras (75' Mendes), Rouiller, Burch, Njoh (90'+2 Fomba) ; Naressi, Douline (62' Sida) ; Stevanovic, Cognat, Ouattara (62' Mazikou) ; Mráz

FC Luzern : Letica ; Dorn, B.H. Freimann, B.M. Freimann, Ciganiks ; Owusu (79' Ferreira), Zimmermann (69' Winkler), Bertone, Di Giusto (79' Wyss) ; Kabwit, Mikolajewski (46' Meyer)

Verwarnungen : 36' Njoh, 65' Mráz, 73' Bruch, 90'+3 Naressi
Rot : 20' Kabwit

Bemerkungen : Servette ohne Frick, Gertmonas, Lambourde, Severin, Vincent (Verletzt), Bronn, Jallow, Kadile, Leclercq, Lopes (Nicht im Aufgebot), SFC-Pflichtspieldebüt für Benoît Sida ; Luzern ohne Bieler (Verletzt), Bongeli, D. Fernandes, Grbic, Hottiger, Löfgren, Oehlers, Radtke, Sadikaj, Villiger, Xhemalija (Nicht im Aufgebot)