Bavois will Kostenbeteiligung
Cup-Fest wird zum Kostentreiber
Für Fussballromantiker sind die ersten Runden im Schweizer Cup stets ein Highlight. Für die betroffenen Amateurvereine wird das Fest aber schnell zur Minusrunde.
Schon in den letzten Jahren gab es Partien, bei welchen die beiden involvierten Klubs das Heimrecht abgetauscht haben. So lief beispielsweise der FC Grand-Saconnex im letzten Jahr im St. Jakob-Park auf, als man den FC Basel 1893 zugelost bekommen hatte. Was für die Kicker des Underdogs ein Karrierehöhepunkt sein dürfte, entspricht aber so gar nicht dem Cup-Gedanken. Oftmals bleibt den Unterklassigen aber keine andere Wahl. Alleine die Aufwände für die Sicherheit in- und um die aufgemöbelten Sportplätze verschlingt tausende von Franken. In dieser Saison kommen daher der FC Lausanne-Sport (vs. FC Kosova Neuchâtel) und der FC Lugano (vs. Vedeggio Calcio) zu unverhofften Heimspielen.
Auch beim FC Bavois kennt man die Problematik. Der Cup-Gegner des Servette FC wird alleine für das heutige Polizeiaufgebot rund CHF 40'000.- in die Hand nehmen müssen. Dies erklärt Präsident Jean-Michel Viquerat gegenüber der Tribune de Genève. Weitere CHF 10'000.- fallen für die übrigen Sicherheitskosten sowie für die Infrastruktur an. "Das werden wir niemals alles alleine bezahlen können", meint Viquerat und spielt den Ball den Servette-Funktionären zu. Schliesslich seien es nicht die Zuschauer aus Bavois, die eine derartige Polizeipräsenz verlangen. Es könne nicht sein, dass die Super-League-Klubs nicht zur Kasse gebeten werden. Das bedrohe den Charakter des Schweizer Cups. Für das heutige Spiel erwartet Viquerat einen finanziellen Zustupf aus Genf. Insbesondere, weil der Streit der beiden genfer Ultragruppierungen die Lage für den Gastgeber nicht einfacher mache.
Viquerat will jedoch nicht alles schlecht reden. Man freue sich auf die Cup-Partie und den Gegner. Ebenso sei ein Abtausch des Heimrechts nie zur Debatte gestanden. Dies aber aus Liebe zum Fussball - und nicht auf Drängen eines Buchhalters.