Wer erinnert sich noch an Tozé?
Vom Strafraum an die Seitenlinie
Es ist der Sommer 2009. Ein knappes Jahr nach der Übernahme von Majid Pishyar öffnet der Iraner erstmals das Portemonnaie. Als Verstärkung für den Sturm präsentiert er den Portugiesen Tozé Marreco.
Der Offensivakteur wechselte aus Bulgarien in die Challenge League, wo Servette den Wiederaufstieg anstrebte. Mit Tozé wollten die Grenats angreifen und dank seiner Toren ins Oberhaus zurückkehren. Anfänglich hatte der Neuankömmling noch etwas Probleme mit der Akklimatisierung. Doch bei seinem ersten Startelfeinsatz lässt der Hoffnungsträger seine Klasse aufblitzen. Mit einem Doppelpack gegen den Yverdon Sport FC liess er die Anhängerschaft träumen. Generell zeigte Tozé eine starke Hinrunde - im Gegensatz zum SFC an sich. Dieser lag nach 9 Unentschieden in 15 Spielen zur Winterpause auf dem enttäuschenden 13. Tabellenrang. Nur vier Zähler oberhalb des Strichs und der Abstiegsplätze. In der Rückrunde wendete sich das Blatt. Während die Servettiens das Feld von hinten aufrollten, haderte Tozé mit seiner Treffsicherheit. Seiner Beliebtheit tat dies keinen Abbruch. Im Nachgang stellte sich heraus, dass familiäre Probleme den Fanliebling ausbremsten. Diese führten auch zu seinem Abgang im darauffolgenden Sommer. "Tozégoal" verliess die Schweiz nach 29 Pflichtspielen und 12 Toren und heuerte in Portugal an.
Eine neue Perspektive auf das Spiel
Die Jahre vergingen. Tozé lief, abgesehen von einem kurzen Abstecher nach Belgien, für Klubs in verschiedenen Ligen seiner Heimat auf. Den CD Tondela schoss er 2014/2015 mit 23 Toren in die höchste Division des Landes. 2019 hängte er seine Schuhe an den Nagel und widmete sich seiner Trainerausbildung. Bei seinem Lieblingsklub Académica de Coimbra gab man Tozé die Chance, in der U17 seine ersten Erfahrungen zu sammeln. Im Jahr 2020 übernahm der Ex-Servettien den FC Oliveira do Hospital. Es war sein erster Posten als Cheftrainer eines Erwachsenenteams. In den letzten Jahren arbeitete sich unsere einstige Nummer 9 die portugiesische Ligapyramide hoch. Beim Gil Vicente FC coachte er 2024 gar den früheren SFC-Nachwuchskicker Maxime Domínguez. Im Sommer 2025 endete Tozés letztes Engagement an der Seitenlinie. Nach dem Abstieg mit dem SC Farense musste der Übungsleiter seinen Posten räumen.
Seit dem Rausschmiss an der Algarve ist ein Jahr vergangen. Höchste Zeit, um sich im Geschäft zurückzumelden. Nach diversen Auslandsstationen als Spieler folgt nun das erste Abenteuer als Coach. Der 39-jährige wurde vor ein paar Wochen bei Stade Tunisien vorgestellt. Beim Verein aus der tunesischen Hauptstadt soll er die abgelaufene Spielzeit vergessen machen, in welcher man die internationalen Plätze knapp verpasste. Momentan läuft die Saisonvorbereitung, in welcher Tozé seine Akteure schwitzen lässt. Ab dem Wochenende des 22. August geht dann auch der Meisterschaftsbetrieb los.
Wir wünschen Tozé alles Gute in seiner neuen Herausforderung! Wer weiss, vielleicht werden wir ihn in Zukunft ja auch einmal in Genf am Spielfeldrand begrüssen dürfen. Übrigens, im Dezember 2009 durften wir ein exklusives Interview mit dem damaligen SFC-Stürmer führen. Hier geht es zum damaligen Artikel.

Foto: facebook.com/stadetunisien48