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Frühes Karriereende für einstige SFC-Nachwuchshoffnung

31.07.2026 01:29:22 | Peter

Mit 26 Jahren - Robin Busset muss Karriere beenden

 

Im Frühjahr 2018 schien die Welt von Robin Busset komplett in Ordnung zu sein. Gegen den FC Wohlen feierte der Aussenverteidiger sein Profidebüt. Daneben lief er auch in den Juniorenauswahlen des SFV auf. Einige Jahre später sieht alles ganz anders aus. Die einstige Nachwuchshoffnung muss die Fussballschuhe an den Nagel hängen. Gegenüber "Proxifoot" erklärt der mittlerweile 26-jährige, wie es dazu kam.

2025 sollte eigentlich das Jahr von Robin Busset werden. Endlich schien der Genfer seine Verletzungsodyssee hinter sich gebracht zu haben. Beim FC Stade Nyonnais, wo der Linksfuss mittlerweile unter Vertrag stand, konnte er seine zweite komplette Saison als Stammkraft hinter sich bringen. Zwar "nur" in der Challenge League, aber immerhin. Die Krönung der guten Leistungen aus der Saison 2024/2025 folgten im Juni. In einem Freundschaftsspiel gegen die D.R. Kongo durfte Busset im Trikot von Madagaskar, seiner zweiten Heimat, sein Länderspieldebüt feiern (wir berichteten). Jetzt sollte es endlich losgehen! Der Karriere sollte nochmals neuer Schwung verliehen werden!

Im Einklang mit diesem Beschluss musste eine sportliche Veränderung her. Super-League-Absteiger Yverdon Sport signalisierte Interesse und nahm den Aussenback unter Vertrag. Am südlichen Zipfel des Neuenburgersees wollte man um den Aufstieg mitspielen. Es war eine ganz andere Ausrichtung, als diejenige, die Busset noch aus Nyon kannte. Gekommen ist es anders. Nach einer Verletzung zu Saisonbeginn dauerte es bis Mitte September, ehe der einstige SFC-Junior für seine neuen Farben auflaufen durfte. Freitagabend, Flutlichtspiel im Stade de la Fontenette gegen den Etoile Carouge FC. Busset kam zur Pause für Servette-Leihgabe Patrick Weber ins Spiel. Es sollten die einzigen Minuten im YS-Dress bleiben.

Der Schicksalsschlag

"Ich hatte einen Unfall zu Hause", erklärte der heute 26-jährige gegenüber "Proxifoot". "Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich an gar nichts. Ich erinnere mich nur an mein Aufwachen im Krankenhaus und die darauf folgenden Tage, welche sich als sehr herausfordernd herausgestellt haben. Ich habe Leute nicht wiedererkannt, ich konnte mir nicht merken, was man mir sagte, ich hatte enorme Schwierigkeiten beim Gehen. Auch hatte ich Angst um meine Gesundheit. Glücklicherweise haben sich die Dinge nach und nach verbessert", fügt er an, ohne auf Details einzugehen. Von Spezialisten und dem Teamarzt aus Yverdon begleitet, stellte sich Busset der Rehabilitationsphase. Erst im Mai dieses Jahres war er, laut eigener Aussage, körperlich wieder bei 100% angelangt. Es fehlte nur noch die Rückkehr auf den Fussballplatz.

Busset stieg wieder ins Mannschaftstraining bei seinem Arbeitgeber ein. Leider musste der Versuch abgebrochen werden. "Der Körperkontakt, die Kopfbälle, die Zweikämpfe - ich habe gleich gemerkt, dass es sich nicht wie vorher anfühlt", musste der Ex-Servettien konsterniert feststellen. "Um ehrlich zu sein, hatte ich das Gefühl, jeden Moment wieder das Bewusstsein zu verlieren und einen Rückfall zu erleiden." Schwierig sei es gewesen, sich einzugestehen, dass es nicht mehr weitergeht: "Seit ich vier Jahre alt bin, habe ich Fussball gespielt. Das war mein Leben!" Nun gehe aber die Gesundheit vor. Von seinen Anfängen beim CS Chênois, der Zeit beim Servette FC und dem "Abenteuer Nationalmannschaft" bleiben schöne Erinnerungen.

Ausblick auf ein neues Leben

Wie es mit ihm weitergehe, wollte der Reporter von Proxifoot wissen. Das müsse Busset selbst noch herausfinden. Seit der Unterzeichnung seines ersten Profivertrags habe er vom Fussball gelebt. Nun wolle er als erstes den Zivildienst hinter sich bringen. Dieser dauere noch sechs Monate. Danach will er die Fachmittelschule abschliessen, die er zu Gunsten des Fussballs unterbrochen hatte. Langweilig dürfte es der einstigen Defensivhoffnung also nicht werden. Wir hoffen für ihn, dass auch die Gesundheit mitspielt. "Die Gesundheit kann man nicht kaufen, und manchmal hängt sie an einem seidenen Faden. Die kleinsten Dinge können dein Leben komplett verändern. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mit 26 Jahren mit dem Fussballspielen aufhören muss. Nun ändert sich dennoch von einem Tag auf den anderen alles. Man weiss nie, was der Morgen bringt. Heute kann ich, was auch immer passiert, sagen, dass ich nur das Positive aus dem Fussball mitnehme", fasst Busset zusammen.