Was springt für Srdanovic raus?
Lille überweist Millionenbetrag in die Schweiz
Zu Wochenbeginn verlor Servette eines seiner heissesten Eisen. Loun Srdanovic macht sich auf, um Europa und die Ligue 1 zu entdecken. Doch wie viel hat der Transfer eingespielt?
"Über Geld redet man nicht", diese Haltung gilt im hiesigen Fussballgeschäft noch immer als die Norm. Nur selten lassen Klubs aus der Schweiz tief blicken, wenn es um die Höhe von gezahlten Ablösesummen geht. Auch im Falle von Loun Srdanovic hielten sich die Servette-Verantwortlichen bedeckt. Mittlerweile soll aber "France Info" an die Informationen gekommen sein, welche die Anhängerschaft des 17-fachen Schweizermeisters interessiert. Laut der französischen Zeitung blättert der Lille OSC rund drei Millionen Euro für den Rechtsverteidiger hin. Gemäss unserem Wissensstand kommt noch eine Weiterverkaufsbeteiligung obendrauf.
Es ist kein "Mega-Transfer", wie wenn der FC Basel 1893 mal wieder einen Granit Xhaka oder einen Mohamed Salah verscherbelt. Es ist aber auch keineswegs ein komplett verhunzter Deal, wenn man die Sachlage betrachtet. Srdanovic gilt als sehr verletzungsanfällig. Während zwei Spielzeiten, in welchen er um Kader der 1. Mannschaft gehörte, lief er lediglich in 13 Super-League-Partien für die Grenats auf. Rechnet man zudem die effektive Einsatzzeit in Spiele um, hat der Aussenverteidiger lediglich etwas mehr als 6 Partien auf dem Buckel. Bevor man eine dritte Spielzeit durchboxt, die dann wieder von Blessuren geprägt ist, lässt man das Eigengewächs lieber ziehen. Denn im kommenden Sommer wäre der Kontrakt des 19-jährigen ausgelaufen. Mit Einsätzen im Europacup sowie der Ligue 1 wird sich Srdanovic eher ins Rampenlicht spielen, als wenn er sich "nur" in Genf bzw. in der Super League bewegt. Hinzu kommt auch, dass er als Stammspieler bei Lille automatisch attraktiver für Nationalmannschaften ist. Der U19-Nationalspieler der Schweiz wäre auch für Kamerun, Kroatien und Serbien spielberechtigt.
Alter, Vertragslaufzeit, die europäische Bühne und das Nationalteam treiben eine zukünftige Ablöseumme in hie Höhe. Entsprechend höher dürfte auch die Beteiligung für den Servette FC ausfallen. Mit der Verkündung des Transfers zum Start der Vorbereitungsphase hatten John Williams und Jocelyn Gourvennec genügend Zeit, um einen Ersatz zu besorgen und in die Mannschaft zu integrieren. Das Resultat davon werden wir in ein paar Wochen sehen.
Wür wünschen Loun jetzt schon viel Erfolg bei seiner neuen Herausforderung. Hoffentlich klappt es mit dem Durchbruch. So würde man den wirbligen Defensivspezialisten vielleicht schon an der nächsten UEFA Europameisterschaft sehen.