An der diesjährigen FIFA Weltmeisterschaft gehört Johan Manzambi zu den auffälligsten Akteuren. In den drei Gruppenspielen glänzte der Ex-SFC-Junior mit drei Toren und einem Assist. Der "Kicker" wählte ihn ins Team der Vorrunde.
In ein paar Stunden wird Johan Manzambi mit der Schweiz gegen Algerien auf dem Platz stehen. Die Erwartungen sind hoch. Eine ganze Nation schaut auf sein "Supertalent". In Genf schaffte es dieses jedoch nie in den Dunstkreis der 1. Mannschaft. Wie konnte dies geschehen?
Man muss ein paar Jahre zurückspulen. Der junge Manzambi fiel schon in ganz jungem Alter auf. Obschon der Servette FC das Mindestalter von 7 Jahren für eine Aufnahme in seinen Nachwuchsbereich verlangt, wurde der Offensivspieler mit 6 Jahren zugelassen. Dank seiner Technik und seiner Spielintelligenz konnte er es mit älteren Gegenspielern aufnehmen.
Der heutige Nationalspieler wurde älter und kletterte die Juniorenteams der Grenats empor. Als Balljunge schnupperte er am Spielfeldrand bereits die Luft des Fussballgeschäfts. Damals kömpfte der SFC gerade wieder um seinen Platz in der Super League. Manzambi selbst hatte derweil immer wieder mit kleineren Blessuren zu kämpfen. Diese waren auf sein Wachstum zurückzuführen, weiss die Tribune de Genève. Leider kamen auch Probleme abseits des Rasens dazu. Die schweizer Profivereine setzen in ihren Nachwuchsbereichen auf ein duales Ausbildungssystem. Nebst den fussballerischen Leistungen müssen auch die Schulnoten stimmen. Sonst gibt es Konsequenzen im sportlichen Bereich. Mit dieser Massnahme soll verhindert werden, dass Spieler ihre Ausbildung komplett vernachlässigen und nach einem frühen Karriere-Aus auf Unterstützung angewiesen sind. So soll auch Manzambi nicht der beste Schüler gewesen sein. Weil er aber dennoch den Traum vom Profifussballer verfolgen wollte, und er von seinem Können überzeugt war, blickte er über die Landesgrenzen hinaus. Einen Ausbildungsvertrag beim Servette FC schlug er aus. Der Lille OSC und der SC Freiburg wurden auf den Plan gerufen, den jungen Schweiz-Kongolesen unter die Lupe zu nehmen. Beide luden Manzambi zu Probetrainings ein. Nach gründlicher Überlegung entschied sich die Nachwuchshoffnung für einen Wechsel nach Deutschland. Ein nachgebessertes Angebot vom SFC fand wieder kein Gehör. Die beiden Parteien sollen sich aber im Guten getrennt haben. Die Kontakte in die Heimat sind weiterhin intakt.
Das neue Umfeld und die fremde Sprache schreckte Manzambi nicht ab. Darüber freuten sich die Verantwortlichen des SC Freiburg, als sie den Offensivspieler 2023 in ihrem Nachwuchsleistungszentrum aufnahmen (wir berichteten). Der damals 17-jährige kostete den Bundesligisten lediglich eine Ausbildungsentschädigung von CHF 300'000.-. Seit seiner Ankunft im Breisgau ging es mit Manzambi steil bergauf. Seine Skorerpunkte an der WM hieven seinen Marktwert in die Höhe. Mehrere Spitzenvereine sollen sich für den 20-jährigen Genfer interessieren. Glaubt man der britischen "Daily Mail", soll der Newcaslte United FC besonders heiss auf den Nati-Star sein. Etwa 60 Millionen Franken werden als potentielle Ablösesumme gehandelt - vielleicht sogar mehr. Man stelle sich vor, Servette hätte noch eine Weiterverkaufsbeteiligung gehabt!
Ganz leer dürften die Servettiens bei einem Transfer dennoch nicht ausgehen. Obwohl Manzambi zu seiner Zeit in der Calvin-Stadt nie einen Profivertrag unterschrieben hatte, muss der SC Freiburg einen Teil des Erlöses an den Ausbildungsverein abtreten. Wie die Tribune de Genève berechnet, dürfte dies ein Betrag von ca. 1,5 Millionen Franken sein, falls tatsächlich 60 Millionen in den Süden Deutschlands fliessen sollten. In wenigen Stunden darf Manzambi nochmals Werbung in eigener Sache machen. Vielleicht kann er sich nochmals ein teureres Preisschild umhängen. In der Schweiz, insbesondere in Genf, wäre sicherlich niemand traurig darüber.
???????????????? ???????????????????????? ???????? ???????????? ???????????????????? ????#NotreVilleNosTalents pic.twitter.com/cAZALHAcCy
— Servette FC (@ServetteFC) June 20, 2026

Social Media