Boris Cespedes darf bald auf den Platz zurückkehren
Seit etwas mehr als einem Jahr geht Boris Cespedes durch die sportliche Hölle. Aufgrund eines positiven Dopingtests wurde der Ex-Servettien von der FIFA gesperrt. Nun gibt es Grund zur Freude.
Mit Erleichterung dürfte der Schweiz-Bolivianer am Montag das Urteil des TAS aufgenommen haben. Das internationale Sportgericht stimmt dem Rekurs des 30-jährigen in einigen Punkten zu. Entsprechend wird die Sperre des Spielers von 24 auf 15 Monate gekürzt. Damit dürfte Cespedes schon ab August 2026 wieder auf den Rasen zurückkehren. Die Suche nach einem neuen Verein kann offiziell losgehen.
Das Gericht anerkannte Cespedes' Beschwerde gegen das ursprüngliche Urteil des Weltfussballverbands. Der Spieler ging den Dopingfahndern nach einer Partie mit Boliviens Nationalmannschaft ins Netz. Der defensive Mittelfelspieler litt beim Zusammenzug an der Höhenkrankheit und wurde mit einem harntreibenden Medikament behandelt, das oftmals zur Kaschierung eigentlicher Dopingvergehen genutzt wird. Cespedes bestritt nie, dass er das Medikament eingenommen habe. Er beklagte jedoch, dass ihm dieses von einem Teamarzt des Nationalteams verschrieben worden war (wir berichteten). Dieser hätte wissen sollen, dass das Medikament eine verbotene Substanz enthielt.
Das TAS schenkte Cespedes Glauben. Der Arzt trage eine Teilschuld. Nichtsdestotrotz erinnerte man auch den gebürtigen Genfer an seine Pflichten als Profisportler. Als Akteur mit zwölf Jahren Berufserfahrung sollte er das Vorgehen bei Dopingkontrollen kennen. Die Sorgfaltspflicht, welche Arzneimittel er einnehmen darf und welche nicht, könne er nicht restlos an eine Drittperson übertragen. Deswegen kommt es nun nicht zu einem Freispruch.
Dies dürfte dem SFC-Eigengewächs mittlerweile egal sein. Seit seiner ausgebliebenen Vertragsverlängerung beim Yverdon Sport FC, stand Cespedes ohne Einkommensquelle da. Erschwerend kam dazu, dass er sich auch nicht für Trainings bei einem Klub einklinken durfte. Dieses Urteil umfasste auch Amateurvereine. Es blieben nur Einzeltrainings, deren Qualität sich nun zeigen wird. Wir sind gespannt, wohin es den technisch beschlagenen Mittelfeldmann verschlagen wird.

Foto: R.B.
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