Joël Mall verabschiedet sich von den Fans
Ein paar letzte Worte vor dem Wechsel nach Bern
Bereits seit einigen Tagen steht offiziell fest, dass Joël Mall nach der Sommerpause für YB zwischen den Pfosten steht (wir berichteten). Bevor der Aargauer den Schlüssel seiner Wohnung in der Westschweiz abgibt, meldet er sich nochmals auf LinkedIn zu Wort. Der Goalie verabschiedet sich von den Servette-Fans und erklärt seinen Transfer in die Bundesstadt. Untenstehend Malls Originalpost:
Merci Genève, hoi Bärn
Neue Stadt, neuer Verein, neues Zuhause, neue Schule, neues Umfeld. Ein Clubwechsel als Familienvater ist eine grosse Sache mit vielen Konsequenzen.
Fussball ist heute so unglaublich schnelllebig und es gibt viel mehr Wechsel als früher. Spieler kommen und gehen. Mein CV sieht auch sehr wild aus, mit mehreren Clubs. Hinter jedem Wechsel steckt eine Geschichte. Als Typ mag ich es eigentlich lieber beständig, sicher und langfristig. Die Umstände, die zu den ganzen Wechseln geführt haben, konnte ich nicht immer komplett selbst beeinflussen. Trotzdem hat man immer auch eine Wahl und dein Leben ist schlussendlich die Summe deiner Entscheidungen.
Eine solche Entscheidung gab es dieses Mal wieder zu fällen und wir fällten sie als Familie. Auch wenn der Fussball bei uns oft im Mittelpunkt steht, gibt es wichtigere Dinge und ohne die komplette Unterstützung meiner Familie hätte ich sicher nichts verändert. Nach diversen Umzügen in Zypern und dem Wechsel nach Genf fühlten wir uns eigentlich extrem wohl und waren froh, einmal drei Jahre am gleichen Ort zu sein.
Die Option Bern ist für uns als Familie aber ein No-Brainer. Meine Freundin kann eine neue berufliche Chance wahrnehmen, meine Kids können endlich Schweizerdeutsch reden ;) und ich darf beim grössten Club der Schweiz eine neue Rolle einnehmen. Wir werden vieles in Genf vermissen, aber das Bauchgefühl von uns allen hat uns relativ schnell dazu gebracht, diese Challenge anzunehmen und weiterzuziehen.
Genf bin ich unglaublich dankbar für drei wunderschöne Jahre. Ich durfte sportlich so viele Highlights erleben, die ich nie vergessen werde. Mit der neuen sportlichen Ausrichtung und der erneut komplett umgekrempelten Strategie hatte ich aber das Gefühl, dass es für mich besser ist, dieses Kapitel zu beenden.
Die unzähligen Nachrichten von Servette-Anhängern, die spezielle Verabschiedung der Section Grenat und die Reaktionen des Teams & Staffs haben mich sehr tief berührt und ich bewahre diese Erinnerungen tief in mir. Es zeigt mir, dass ich nicht alles falsch gemacht habe. Natürlich ist es schön, sportlich etwas bewirken zu können, aber noch wichtiger ist es mir, dass ich als guter Mensch in Erinnerung bleibe. Ich hoffe, das habe ich geschafft und versuche, meine Werte jetzt mit voller Energie nach Bern mitzunehmen.
Ich verlasse Servette mit einem vollgepackten Rucksack an Erfahrungen und unendlich viel Dankbarkeit für all die Menschen, die ich auf diesem Weg kennenlernen durfte. Mit 35 Jahren nochmals bei einem Club wie BSC Young Boys zu unterschreiben, erfüllt mich mit enormem Stolz. Ich möchte die YB-DNA so schnell wie möglich annehmen und leben. Der Verein gehört ganz nach oben und ich möchte komplett egofrei alles unternehmen, sei es auf oder neben dem Platz, um das zu realisieren.
Bärn, let's go
Foto: R.B.