Mittelfeldpuncher bekommt zum Jubiläum eine Auszeit
Es war nur ein Kurzeinsatz, dennoch hievt er Gaël Ondoua in eine neue Sphäre. Der Kameruner bestritt am letzten Sonntag seinen 150. Ernstkampf mit dem Servette FC.
Dass der "General", wie er in Genf gerne genannt wird, die sehenswerte Marke erreicht, ist keine Selbstverständlichkeit. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert. Umso schöner hat es doch noch geklappt.
Gaël Ondoua schlug seine Zelte zum ersten Mal 2019 im Stade de Genève auf, als die Servettiens frisch von der Challenge- in die Super League aufgestiegen waren. Als unbeschriebenes Blatt in der Schweiz angekommen, machte sich der Kameruner schnell einen Namen als Aggressivleader. Von Lausanne bis St. Gallen - niemand stand Ondoua gerne gegenüber. Nach zwei Jahren mit guten Leistungen für den SFC wechselte der defensive Mittelfeldspieler zu Hannover 96 nach Deutschland. In Niedersachsen wartete die 2. Bundesliga auf den Neuankömmling. Während die erste Saison durchwegs in Ordnung war, geriet der Motor in der darauffolgenden Spielzeit ins Stocken. Als Diplomatensohn besitzt der 30-jährige auch den russischen Pass. Diese "politischen Gründe" sollen zum Rauswurf Ondouas aus dem Fanionteam von Hannover geführt haben. So zitierte ihn jedenfalls die "Neue Presse".
Für den WM-Fahrer von 2022 schien es eine Erlösung gewesen zu sein, als er im Sommer 2023 zurück nach Genf transferiert wurde. Unter René Weiler durfte Ondoua im Europacup ran. Am Ende der Saison steht er im Final des Schweizer Cups in der Startformation. Der Abräumer spielte durch, traf im Elfmeterschiessen und reckte am Ende des Tages den Pokal in die Höhe.Unter Thomas Häberli, und zuletzt Jocelyn Gourvennec, bröckelte Ondouas Status. Erst wird er auf die Ersatzbank verdrängt, dann fehlt er komplett im Aufgebot. Das MHD des Routiniers scheint so langsam abzulaufen - insbesondere, weil beim SFC sukzessive junge Talente nachgezogen werden. Wir hoffen, dass es eine gute Anschlusslösung für den achtfachen Nationalspieler Kameruns gibt.
Übrigens: "Raubein" Ondoua "beschenkte" sich zum Jubiläum mit einem freien Wochenende. Bei seinem Kurzeinsatz gegen Winterthur holte er sich die vierte gelbe Karte der laufenden Spielzeit ab. Damit ist er beim Auswärtsauftritt am Sonntag gegen die Grasshoppers gesperrt.

Foto: servettefc.ch
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