Partie gegen Winterthur wird zum Torspektakel
Eishockeyresultat zwischen Servette und Winterthur
Zum Start der Relegation Group begrüsste der Servette FC gestern Nachmittag die Gäste aus Winterthur. Ohne ihren Mittelfeldstrategen Timothé Cognat, der sich im Training eine Verletzung zugezogen haben soll, wollten die Grenats gegen das Tabellenschlusslicht nichts anbrennen lassen.
Vor heimischer Kulisse suchten die Calvin-Städter die frühe Führung. Ayé, Stevanovic und Rouiller kamen schon früh zu guten Chancen. Noch hielt FCW-Keeper Kapino aber die Null. Die Vorderleute des Griechen blieben vorerst harmlos. Ein Rettungsversuch von Mazikou war lange Zeit die beste Möglichkeit auf einen Führungstreffer der Gäste.
Gute zwanzig Minuten standen auf der Uhr, da legte sich Winterthur gleich selbst ein Ei. Von Stevanovic unter Druck gesetzt, spielte Arnold den Rückpass zum eigenen Torwart. Dieser zögerte beim Abschlag einen Moment zu lange. Kapino trifft Stevanovics Hüfte, von welcher die Kugel ins Tor kullerte. Auch wenn das 1:0 glücklich fiel, war es nicht unbedingt unverdient gewesen. Mit der Führung im Rücken doppelte die Heimmannschaft gleich nach. Nach einer schönen Kombination durch das Mittelfeld, kam Kadile auf der linken Aussenbahn in Ballbesitz. Mit einer gut abgestimmten Flanke bedient er wieder Stevanovic, der das Leder zum 2:0 über die Linie drückte. Noch war kein Drittel verstrichen. Und die Servettiens drückten weiter. Wieder kann Kadile auf der linken Seite unbehelligt flanken. Im Strafraum wird Ayé leichtsinnig alleine gelassen. Der Angreifer lenkt die Kugel mit dem Kopf in die Maschen. Servette war der "Herr im Haus"!
Der FCW wagte sich erst in der 32. Minute wieder nach vorne. Dann legte Golliard ein Zuspiel von Jankewitz mit dem Absatz weiter. Burkart tauchte alleine vor Frick auf und verkürzte auf 3:1. Das Wort "verkürzte" war dabei wohl gewählt, denn es handelte sich noch nicht um einen verfrühten Ehrentreffer. Die Rahmen-Elf zeigte sich bissig. Kurz vor der Pause wurde Srdanovic in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Der Startelfrückkehrer wartete zu lange und ging zu wenig kompromisslos vor. Mit einem "Pässchen" legte er ideal für Burkart auf. Dieser zieht sofort ab und verwandelt zum 3:2 in die lange Ecke.
Danach war Pause.
Gut gestärkt nahmen die SFC-Akteure die zweite Halbzeit unter die Räder. Bereits die erste Möglichkeit des zweiten Durchgangs hätte für die Vorentscheidung sorgen müssen. Ein Kadile-Freistoss fliegt in die gegnerische Gefahrenzone. Dort kommt Rouiller frei zum Kopfball und stellt auf 4:2. Servette war wieder in der Spur - oder doch nicht? Gleich nach Wiederanpfiff arbeitete sich Winterthur vor. Nur eine Minute nach dem 4:2 zog Jankewitz von der Strafraumgrenze ab. Der Schuss des ehemaligen Servette-Juniors sauste an Frick vorbei. Plötzlich stand es wieder "nur" 4:3. Den 7'027 Zuschauern im Stade de Genève bot sich ein regelrechtes Torfestival. Und dieses war noch nicht zu Ende!
Die nächste Topmöglichkeit ergab sich wieder auf der anderen Platzseite. Dort spedierte Douline den Ball hoch in den Sechzehner. Dort hielt der nimmermüde Stevanovic den Schädel hin. Das Leder klatscht an die Torumrandung! Es geht doch nicht jeder Versuch rein.
Für die nächste Chance musste man sich nicht lange gedulden. 62 Minuten waren absolviert, da bediente der überragende Kadile Mittelstürmer Ayé. Dieser wirft sich in die Flugbahn des Balls und lenkt ihn an den Pfosten. Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb den Gästen nicht. Denn da stand bereits der einschussbereite Lopes, der das Skore auf 5:3 stellte! Was für ein Nachmittag!
Mit dem 5:3 sorgte Lopes gleichzeitig auch für den Endstand. Dennoch hätte das Schlussresultat noch höher ausfallen können. Ayé vergab zwei weitere Hochkaräter und auch der eingewechselte Mráz ging einmal ins (erfolglose) Duell mit Kapino.
Mit dem Heimsieg der Servettiens sinken Winterthurs Chancen auf einen Klassenerhalt weiter. Die Eulachstädter brauchen ein Wunder. Ansonsten laufen sie nächste Saison wieder auf der Pontaise oder im Stade de la Maladière auf.
Servette FC – FC Winterthur 5:3 (3:2)
Stade de Genève : 7'027 Zuschauer
Schiedsrichter : Johannes von Mandach ; Pascal Hirzel, Nicolas Tuberosa
VAR : Nico Gianforte ; Joël Brunner
Tore : 21' Stevanovic (1:0), 25' Stevanovic (2:0), 29' Ayé (3:0), 32' Burkart (3:1), 39' Burkart (3:2), 50' Rouiller (4:2), 51' Jankewitz (4:3), 62' Lopes (5:3)
Servette FC : Frick ; Srdanovic (60' Mendes), Rouiller, BurchM Mazikou ; Fomba (89' Ondoua), Douline ; Lopes (73' Guillemenot), Stevanovic, Kadile (89' Njoh) ; Ayé (73' Mráz)
FC Winterthur : Kapino ; Arnold, Mühl, Lüthi (38' Dansoko) ; Rohner, Zuffi (46' Durrer), Jankewitz, Smith (80' Maksutaj) ; Golliard, Burkart (69' Kasami) ; Buess (46' Hunziker)
Verwarnungen : 82' Rohner, 90'+1 Ondoua
Bemerkungen : Servette ohne Allix, Atangana, Bronn, Cognat, Mall, Severin (Verletzt), Jallow, Scandurra, Vincent (Nicht im Aufgebot), 53' Pfostenkopfball von Stevanovic, 62' Pfostenschuss von Ayé ; Winterthur ohne Rahmen [Trainer] (Gesperrt), Brogli, Kryeziu, Stillhart (Verletzt), Camara, Chiappetta, Cueni, Diethelm, Fehr, Holder, Maluvunu, Meili, Momoh, Okafor, Sahitaj, Schneider, Sidler, Ulrich (Nicht im Aufgebot)