Noch vier Spieltage stehen auf dem Programm der Super League. Werden sie zur Abschiedstour von Timothé Cognat?
Vor ein paar Wochen informierte der Mittelfeldregisseru den Verein über einen Wechselwunsch (wir berichteten). Seither stellt sich die Frage, ob Cognat seinen Worten tatsächlich Taten folgen lässt. Erst im letzten September unterschrieb der Franzose ein neues Arbeitspapier (wir berichteten). Dieses hat eine Laufzeit bis Sommer 2029. Unglücklich scheint der Spieler damals nicht gewesen zu sein. Hatte der Wechselwunsch mit Gérard Bonneau zu tun?
Cognats Landsmann sass, zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung, noch fest in Servettes Sportkommission. Es ist anzunehmen, dass er in die Verhandlungen involviert war. Mittlerweile kam es zum Knall und Bonneau, der das Lyon-Nachwuchstalent vor Jahren in die Schweiz brachte, ist weg. War die Transferanfrage ein Solidaritätsakt unserer Nummer 8, als die Spannungen zwischen Klubführung und Bonneau zugenommen haben?
Neuerdings hat sich der Servette FC reorganisiert. Mit John Williams ist ein neuer Sportchef im Amt. Er wird sich in den kommenden Wochen mit der "Akte Cognat" auseinandersetzen müssen. Dabei könnten drei Szenarien eintreten.
1. Cognat hält dem SFC die Treue
Noch ist Timothé Cognat ein Servettien. Sein Fehlen im Spiel gegen den FC Winterthur war effektiv einer Verletzung geschuldet - nicht einem bevorstehenden Wechsel. Dies weiss die Tribune de Genève. Wie die Zeitung weiss, soll sich der Mittelfeldakteur in Genf wohlfühlen. Deshalb sollte man einen Verbleib noch nicht ganz abschreiben. Cognat weiss um seinen Status beim 17-fachen Schweizermeister. Ein Abgang muss aus sportlicher Sicht Sinn machen. Tut er das nicht, bleibt der Franzose im Stade de Genève.
2. Ein anderer Klub bezahlt die Ausstiegsklausel
Im laufenden Vertrag soll eine Ausstiegsklausel integriert sein. Gemäss Informationen der Tribune de Genève beläuft sich diese auf eine festgeschriebene Ablösesumme von 2.5 Millionen Franken. Legt ein Interessent den verlangten Betrag hin, hat der Servette FC kein Mitspracherecht mehr. In diesem Fall würden Cognat und sein Berater direkt mit dem anderen Klub in Verhandlungen treten. Für den Spieler wäre dies die einfachste Variante, um bei einem anderen Verein unterzukommen. Sollte es sich hierbei um einen Ligakonkurrenten handeln, hat man in Genf das Nachsehen.
3. Servette zeigt sich erkenntlich
Die Verantwortlichen der Grenats haben bereits erklärt, dass man seinem langjährigen Leistungsträger keine Steine in den Weg legen wolle. An diese Worte ist jedoch die Bedingung geknüft, dass ein passendes Angebot vorliegen müsse. Was dies genau heisst, muss Sportchef Williams beurteilen. Kommt dieses Szenario zu Stande, könnte Cognat für einen tieferen Betrag als die Ausstiegsklausel wechseln. Für den 28-jährigen wäre diese Option wahrscheinlich die finanziell attraktivste. Spart sein neuer Arbeitgeber bei der Ablösesumme, stehen die Chancen gut, dass sich dieser auf einen höheren Fixlohn einlässt. Servette hätte weiderum den Vorteil, dass man den neuen Verein mitbestimmen könnte. Ein Wechsel innerhalb der Super League liesse sich verhindern.
Wie die Tribune de Genève weiss, will man beim SFC Wort halten. Dies auch, weil Cognat im Januar ein lukratives Angebot aus der MLS ausgeschlagen haben soll, um dem Verein im Abstiegskampf beizustehen. Dies haben die Servette-Verwantwortlichen sehr geschätzt. Um welchen MLS-Klub es sich handelte, schrieb die Lokalzeitung nicht. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass René Weiler seinen ehemaligen Schützling zu D.C. United holen wollte.
Die "Akte Cognat" bleibt auch in den nächsten Wochen ein heisses Thema. Wir sind gespannt, in welche Richtung sich die Situation entwickeln wird.
Fotos: R.B.

Social Media