Viel Anlaufzeit hat Junior Kadile in Genf nicht gebraucht. Bereits am letzten Wochenende war der flinke Flügelspieler mit zwei Toren massgeblich am Sieg gegen den FC Zürich beteiligt. Auch heute sind die Blicke auf ihn gerichtet.
Es ist die frühe Bestätigung für die Servette-Verantwortlichen, dass man beim Leihgeschäft mit dem Almere City FC ein gutes Händchen bewiesen hat. Auch der Spieler selbst bereut seinen Wechsel überhaupt nicht. Dies gibt er im Gespräch mit der Tribune de Genève preis. Kadile lässt sogar durchsickern, dass die SFC-Verantwortlichen im Juni die Kaufoption ziehen werden. Ist dies noch die Anfangseuphorie? Ganz im Gegenteil! Der Spieler hatte bereits die Absicht, über den Sommer hinaus in der Schweiz zu bleiben. Dies habe er während der Verhandlungen auch gegenüber Jocelyn Gourvennec kommuniziert: "Ich habe ihm meinen Werdegang erzählt. Ich habe ihm erklärt, dass ich nicht für ein paar Monate kommen werde, nur um dann direkt wieder zu wechseln. Ich habe ihm gesagt, was ich langfristig mit Servette erreichen möchte. Er meinte, dass er auf mich warte." Generell schien Gourvennec das Zünglein an der Waage gewesen zu sein. Kadile hält viel vom Trainer und schätzt, dass er aus derselben Region Frankreichs stamme wie er. Der in Rennes aufgewachsene Dribbelkünstler präzisiert, dass es der Austausch mit Gourvennec war, der ihn überzeugt habe, andere vorliegende Offerten abzulehnen.
Mit 23 Jahren wollte Kadile unbedingt zu einem Klub in einer höchsten Spielklasse wechseln, um seiner Karriere Schub zu verleihen. Nach Stationen in Frankreich und Portugal löste sich sein Knoten letztes Jahr in den Niederlanden. Umso ärgerlicher war es, dass Almere City im Sommer den Weg in die zweite Liga antreten musste. Auf seine Karrierestationen angesprochen, gibt sich der Flügelläufer selbstreflektiert: "Jede Erfahrung hat mir etwas gebracht. In Portugal habe ich an meiner Technik gearbeitet. Bei Laval musste ich lernen, widerstandsfähig zu sein und mich durchzusetzen. In den Niederlanden hat sich mein Laufvolumen verbessert sowie meine Physis und den Zug zum Tor." Attribute, die ihm in Genf weiterhelfen. Seine Siegermentalität bringt Kadile aus der Nachwuchsakademie von Stade Rennes mit. Der Jahrgang 2002 sei einer der stärksten gewesen, welchen der Ligue-1-Vertreter hervorgebracht habe. Angeführt von Eduardo Camavinga (heute Real Madrid CF), habe ihr U17-Team alle Torrekorde in Frankreich gebrochen. Von den 14 am regelmässigsten eingesetzten Spielern hätten 12 den Sprung in den Profifussball geschafft. Einer von ihnen war übrigens Brandon Soppy, der heutige Akteur vom FC Lausanne-Sport.
Während andere Weggefährten heute in der Ligue 1, der Bundesliga oder der Premier League auflaufen, liegt Kadiles unmittelbare Zukunft in der Super League. In der Rückrunde sei sein selbst erklärtes Ziel, dass er im Klassement der Torschützen und Vorlagengeber möglichst viel Boden auf die Besten der Liga gutmachen möchte. Dafür müsse man im Team gut zusammenarbeiten und sich weiterentwickeln. Nur so kann man überhaupt über die nächsten Karriereschritte diskutieren.
Foto: R.B.

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