Zittern bis zum Schluss - SFC siegt gegen den FCZ
Hauptsache gewonnen!
132 Tage lang wartete der Servette FC auf einen Sieg vor heimischem Publikum (damals Servette FC vs. FC Lugano). Seit gestern Abend wissen wir: Das Warten hat ein Ende!
Als die beiden Mannschaften das Rund des Stade de Genèves betraten, blickten sie auf eine leere Tribune Nord und einen gut gefüllten Familycorner. Im Zuge der verhängten Kurvenschliessung verschob sich der Anhang in einen anderen Sektor. Mehrere Protestbanner wurden gezeigt. Eines davon traf den Nagel auf den Kopf: "Es werden immer dieselben Kollektivstrafen angewendet, während man auf ein anderes Resultat hofft." Dem ist eigentlich nicht mehr hinzuzufügen. Seien wir gespannt, wie es weitergeht.
Ungeachtet der Diskussionen auf den Rängen, lancierten die Grenats kurz nach Anpfiff den ersten Angriff. Nach einer schönen Ballstafette spielten Kadile und Guillemenot einen Doppelpass. Mit diesem verschaffte sich Kadile genügend Platz, um in den Abschluss zu gehen. Der Neuankömmling zirkelte die Kugel ins lange Eck! Nach zwei Minuten lagen die Hausherren bereits mit 1:0 in Front. Für einmal schien Jocelyn Gourvennec sein Team so richtig auf das Spiel eingeheizt zu haben. Beinahe hätte man in den Startminuten nachgedoppelt. Nach einer Hereingabe von Stevanovic rettete Hack vor dem einschussbereiten Guillemenot.
Der Servette-Turbo war schon nach der Startviertelstunde verflogen. Weil aber auch von den Gästen nicht viel kam, war dies nicht weiter tragisch. Zürich versuchte vor das Tor zu kommen, wirkte aber ideenlos. Cavaleiros Schuss aus der zweiten Reihe pflückte Mall direkt aus der Luft.
Die letzte gute Aktion der ersten Hälfte gehörte dem Heimteam. Kadile brachte einen bereits geklärten Eckball zurück in die gegnerische Gefahrenzone. Dort hielt Douline den Kopf hin. Der Versuch des Franzosen landete allerdings nur auf dem Tor.
Mit einer ungewohnten Führung für den SFC wechselten die beiden Teams die Platzhälften.
Nach Wiederanpfiff dauerte es nicht lange, bis die Servettiens beinahe den Deckel auf das Gezeigte hätten machen können. Burch prüfte FCZ-Goalie Huber mit einem Kopfballversuch. Der Zürcher hielt seine Farben im Spiel.
Für lange Zeit regte sich auch in der zweiten Halbzeit nichts. Eine gute Viertelstunde vor Ende der ordentlichen Spielzeit kamen die Gäste zu einem Freistoss. Diesen trat Berisha hoch in die Spitze. Beim Versuch, das Leder per Kopf auf den Penaltypunkt zu legen, köpfte Hack den kurz ziuvor eingewechselten Ondoua an. Das wäre halb so wild, wenn der Ball aber nicht an den Arm geprallt wäre. Trotz kurzer Distanz und dem Rücken zum Ball ahndete Schiedsrichter Turkes die Aktion als Handspiel - Elfmeter für den FCZ! Kény übernahm die Verantwortung und schob zum 1:1 ein. Die Schlussphase war lanciert!
Servette reagierte in der 81. Minute. Dann wimmelte Lopes seine Bewacher ab und hielt drauf. Huber wurde überrascht, stand aber, wo er zu stehen hatte. Der Torwart blockte mit der Schulter.
Die Zeit drängte. Sollte der SFC kein Interesse am sechsten Unentschieden in Folge haben, war also Offensivpower gefragt. Nach 88 Minuten entwirrte sich der Knoten für einmal. Ishuayed bediente Mráz im Strafraum. Der Slowake legte gekonnt auf Kadile zurück. Der Flügelspieler setzte zum Schlenzer an und verwandelte wunderschön zum 2:1! Die Meute tobte!
Nun musste Zürich reagieren. Dem eingewechselten Bangoura wäre beinahe der Ausgleichstreffer geglückt. Turkes pfiff die Szene aber bereits vorher wegen eines Foulspiels von Perea an Rouiller ab. Die Genfer retteten die drei Punkte über die Zeit!
So fühlt sich also ein Heimsieg an! Auch wenn es nicht die grosse Fussballkost gewesen war, sind die drei gewonnenen Punkte immens wichtig. Darauf lässt sich aufbauen. Insbesondere, wenn es als Nächstes in den St. Jakob-Park geht. Wir sind gespannt, wie das Team in dieser Woche weiterarbeitet. Denn im Training wird der Gundstein für ein erfolgreiches Spiel gelegt.
Servette FC – FC Zürich 2:1 (1:0)
Stade de Genève : 5'200 Zuschauer
Schiedsrichter : Mirel Turkes ; Venancius Antony, David Huwiler
VAR : Fedayi San ; Jonathan Jaussi
Tore : 2' Kadile (1:0), 74' Kény (Handspenalty) (1:1), 88' Kadile (2:1)
Servette FC : Mall ; Allix, Eouiller, Burch, Mazikou ; Stevanovic (46' Lopes), Cognat, Douline (79' Ishuayed), Kadile (90'+1 Njoh) ; Ayé (79' Mráz), Guillemenot (69' Ondoua)
FC Zürich : Huber ; Kablan, Kamberi, Hack, Walker (90'+1 Emmanuel) ; Krasniqi (61' Phaëton), Berisha, Palacio ; Reverson (61' Perea), Kény, Cavaleiro (87' Bangoura)
Verwarnungen : 54' Mazikou, 65' Cognat, 72' Kadile, 77' Ondoua
Bemerkungen : Servette ohne Bronn, Frick, Severin, Srdanovic, Vincent (Verletzt), Fomba, Miguel (Nicht im Aufgebot) ; Zürich ohne Tsawa (Gesperrt), Vujevic (Krank), Comenencia, Volken (Verletzt), Fiorini, Fischer, Hodza, Morozov, Odera, Okafor, Ramic, Segura, Stiel, Stork, Tchamda (Nicht im Aufgebot), 90'+3 Tor von Bangoura wegen Foulspiels aberkannt