Allix über seine ersten Schritte fernab der Heimat
Profivertrag eingetütet - jetzt will Allix durchstarten
Letzte Woche unterschrieb Téo Allix einen Profivertrag beim Servette FC (wir berichteten). Es ist die Genugtuung für die harte Arbeit in den letzten Monaten.
Der Mann aus dem französischen Städtchen Frontignan erzählt gegenüber "Midi Libre", wie er am westlichen Zipfel des Genfersees gelandet ist. Eigentlich hätte sich der Abwehrspieler seinen Einstieg im Profifussball anders vorgestellt. Beim Montpellier HSC absolvierte Allix seine fussballerische Ausbildung. Ab 2022 wurde er langsam an das Fanionteam herangeführt, In unserem westlichen Nachbarland war Montpellier damals noch Stammgast in der Ligue 1. Fünfzehn Mal soll es der französische Junioreninternationale ins Aufgebot von "la Paillade" schaffen. Zu Einsatzminuten in einem Pflichtspiel reichte es zwar nicht, dies schien aber nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein. Als Kapitän der Reservemannschaft schien er gewissermassen in der "Pole-Position" zu sein.
Der Schein trügt
Im Sommer 2024 wird Allix der Boden unter den Füssen weggezogen. Erst muss sein Bruder Tom, damals Torhüter in einer Nachwuchsmannschaft Montpelliers, den Verein verlassen. Dann musste auch der heutige Servettien einen neuen Klub suchen. "Ich habe es aus den sozialen Medien erfahren. Einen genauen Grund hat man mir nicht genannt, obwohl ich um ein Gespräch gebittet habe", kommentiert der 21-jährige seinen Abgang. Der Entscheid des Vereins, auf eine Vertragsverlängerung zu verzichten, kam unerwartet. Allix hinterfragte sich und haderte mit seinem Traum. Quasi über Nacht fasste er den risikoreichen Entscheid, seine Zelte an der Mittelmeerküste abzubrechen und in Genf neu aufzuschlagen. Mit dem Wissen, "nur" für die U21 verpflichtet worden zu sein, schliesst er sich dem Servette FC an. Schnell mausert er sich zur Führungsperson im Kader von Jeff Saibene. Die Erfahrung weg von der Heimat liessen ihn schnell reifen, wie er heute sagt.
Gourvennec gibt ihm die ersehnte Chance
Dass sich die Servette-Verantwortlichen kurz nach Saisonbeginn für einen Trainerwechsel entscheiden, kam Allix entgegen. Denn er sauerte nicht lange, da nahm Jocelyn Gourvennec Notiz von ihm. Als Lückenbüsser darf die Defensivhoffnung mit der 1. Mannschaft mireisen. Im Dezember kam es zur Feuertaufe in Basel. In seinem allerersten Super-League-Spiel durfte Allix gleich von Beginn weg ran. Seither stand die Nummer 34 in fünf weiteren Ligapartien auf dem Platz. Die Rückennummer will der Spieler übrigens behalten. Er wolle damit zeigen, von wo er herkomme und dass es manchmal Geduld brauche, um den richtigen Moment abzuwarten. Das "Herkommen" kann dabei gleich doppelt gedeutet werden- Während Allix seinen Weg über die Reservemannschaft meinen dürfte, ist die 34 auch der Anfang der Postleitzahl von Hérault, der Region in welcher er aufgewachsen ist.
"Manchmal muss man Anlauf holen, um weiter zu Springen!", fasst Allix seinen Wechsel vor anderthalb Jahren zusammen. Nun ist er gerade erst abgesprungen. Wir sind gespannt, wo er landen wird.