Lilian Njoh stellt sein Handy auf laut
Wann kommt der Anruf aus Kamerun?
Nur die wenigsten häten letzten Sommer gedacht, dass man im Februar so wohlwollend über Lilian Njoh schreiben wird. Das Schnäppchen aus Salerno gehört zu den grossen Überraschungen der Saison.
Es war eine Empfehlung von Dylan Bronn, welche der Auslöser für die Verpflichtung des Franko-Kameruners gewesen sein dürfte. Mittlerweile weiss man, dass die Referenzauskunft nicht grundlos positiv ausfiel. Njoh, für die geschätzte Ablösesumme von 50'000 Euro ins Stade de Genève gewechselt, überzeugt mit seinen Flankenbällen. Nach 26 Spieltagen liegt der 24-jährige auf dem dritten Rang des Assistgeberrankings. Seine 9 Torvorlagen werden nur von Basels Xherdan Shaqiri und FCL-Regisseur Matteo Di Giusto (je 10) geschlagen. In der Statistik der Anzahl Flanken (242 in 25 Einsätzen) führt Njoh die Meisterschaft an. Ebenso bei der Anzahl erfolgreicher Flanken (75) hat der Servettien die Nase vorne.
In einem biederen Servette sticht Njoh mittlerweile heraus. Könnte dies Ende März sogar in einem Aufgebot für Kameruns Nationalteam enden? Bereits vor ein paar Tagen sprach ein Reporter der französischsprachigen Ausgabe des Blicks den Spieler an. Zum Zeitpunkt des Gesprächs soll es noch keine Gespräche zwischen ihm und den kamerunischen Fussballverband gegeben haben. Dennoch bestätigte Njoh, dass die Nationalmannschaft ein Ziel sei, das er möglicht bald erreichen wolle. Dafür brauche es gute Leistungen im Verein, ist sich der Flügelläufer bewusst. Für ihn bedeute Kamerung viel, da sein Vater von dort stamme. Von klein auf reiste er immer wieder in den westafrikanischen Staat. Dies mache ihn auch zu einem grossen Fan der "unzähmbaren Löwen". Schon als Junge träumte er davon, einmal für Kamerun aufgeboten zu werden. Das sei wie der "heilige Graal" für ihn, gestand er dem Blick. Im nächsten internationalen Zeitfenster wird Kamerun zu Freundschaftsspielen gegen Australien und China antreten. Gut möglich, dass der Verband neuen Kräften eine Bühne schaffen könnte.
Trainer Gourvennec schätzt an Njoh, dass er auf mehreren Positionen einsetzbar ist. Ob als Aussenverteidiger, oder im linken Mittelfeld - der Mann aus Toulouse erfüllt seinen Job. Für ihn sei es kein Problem, wo ihn der Coach aufstelle, solange er eingesetzt werde. Seine Vielseitigkeit hat er seinem Körperbau in der Jugend zu verdanken. Gegenüber der "grössten Tageszeitung der Schweiz" erklärte Njoh, dass er zu Juniorenzeiten auch auf anderen Positionen eingesetzt wurde. Weil er jedoch etwas schmächtig war, verschoben ihn seine damaligen Trainer von der Platzmitte auf die linke Seite.
Für uns ist es mittlerweile egal, wo Gourvennec seinen Schützling aufstellt. Solange seine Flanken die Köpfe unserer Stürmer finden, ist dem SFC geholfen. Hoffentlich auch im Saisonendspurt.
Foto: R.B.