Gestern Abend ergatterte sich die Gourvennec-Elf einen Punkt beim FC Lugano. Dieser ist zwar nicht geklaut, aber so richtig zufriedenstellend ist er auch nicht.
Bei der voraussichtlichen Dernière auf der "Baubrache Cornaredo" starteten die beiden Mannschaften verhalten ins Spiel. Nach einer knappen Viertelstunde profitierte Behrens von einem missglückten Burch-Klärungsversuch. Der Verteidiger traf Teamkollege Severin und legte unfreiwillig für den FCL-Stürmer auf. Behrens bewies Knipserqualitäten und brachte die "Bianconeri" mit 1:0 in Front. Ein, man mag es kaum auszusprechen, "dummes" Gegentor.
Die Partie war lange nicht die Strapazen wert, welche die Gästefans an einem Mittwochabend (inkl. Schliessung des Gotthardtunnels) auf sich genommen haben. Servette kam, trotz biederem Auftritt der Platzherren, nicht vor das gegnerische Tor. Erst nach 36 Minuten wurde es ein erstes Mal brenzlig. Nach einem Freistoss blockte Cimignani einen Stevanovic-Kopfball im Strafraum, was einen Handspenalty zur Folge hatte. Passend zum harmlosen Auftritt der Grenats, war dann auch die Ausführung des Elfmeters. Saipi ahnt die richtige Ecke und pariert den halbhohen Schuss von Stevanovic.
Nach einer (fast) ereignislosen ersten Halbzeit gingen die Luganesi mit einer knappen Führung in die Garderobe.
Uach nach dem Seitenwechsel blieb das Gezeigte trostlos - von beiden Seiten. Beim SFC gewährte Gourvennec dem jungen Lopes etwas "Auslauf". Dieser war bemüht, konnte sich aber gegen die physisch starken Defensivmänner nur selten behaupten.
Servette hatte im zweiten Durchgang wesentlich mehr Spielanteile. Der Offensivbereich war dennoch bis zur 77. Minute quasi inexistent. Dann flankte Njoh von links in die Gefahrenzone. Die Tessiner können einen Kopfballversuch von Mendes klären, sind dann aber machtlos, als Mráz den Abpraller ins nahe Eck schiebt - 1:1! Gemessen am Ballbesitz war der Ausgleichstreffer verdient. Doch auch er konnte keinen furiosen Endspurt hinaufbeschwören.
Schliesslich pfeifft Schiedsrichter Schnyder die Partie ab. Der Endstand von 1:1 klingt auf dem Papier, den Umständen entsprechend, in Ordnung. Hat man aber die ganzen 90 Minuten verfolgt, ärgert man sich darüber, nicht zwei weitere Zähler aus der italienischsprachigen Schweiz mitgenommen zu haben. Nach Abpfiff gab es dann auch eine Ansage an die Mannschaft seitens der Section Grenat. Am kommenden Sonntag sollen im Aufeinandertreffen mit dem FC Lausanne-Sport drei Punkte her. Alles andere wäre eine Enttäuschung.
FC Lugano – Servette FC 1:1 (1:0)
Stadio Comunale di Cornaredo : 2'759 Zuschauer
Schiedsrichter : Urs Schnyder ; Marco Zürcher, Benjamin Zürcher
VAR : Hüseyin Sanli ; Nico Gianforte
Tore : 13' Behrens (1:0), 77' Mráz (1:1)
Servette FC : Mall ; Burch, Severin, Mazikou ; Mendes (88' Allix), Fomba (57' Lopes), Douline, Njoh ; Cognat ; Stevanovic, Atangana (68' Mráz)
FC Lugano : Saipi ; Mai, Kelvin, Carbone (52' Steffen) ; Zanotti, Kendouci (68' Maslarov), Papadopoulos, Cimignani ; Dos Santos, Bottani (52' Koutsias) ; Behrens
Verwarnungen : 16' Kendouci, 16' Bottani, 26' Douline, 29' Carbone, 73' Severin
Bemerkungen : Servette ohne Jallow, Rouiller (Gesperrt), Morandi (Krank), Ayé, Baron, Frick, Guillemenot, Ishuayed, Srdanovic (Verletzt), 39' Stevanovic verschiesst Handspenalty ; Lugano ohne Bislimi, Grgic, Mahmoud (Gesperrt), Alioski, Cassano, Delcroix, Marques, Mina (Verletzt), Amirzade, Gamba, Ndiaye, Puddu, Radic, Raffa (Nicht im Aufgebot)

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