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Thun mit der Souveränität eines Spitzenteams

09.02.2026 12:54:13 | Peter

Blasses Servette von Thun ausgebremst

 

Thuns "Meisterexpress" rollt unaufhaltsam weiter. Am gestrigen Sonntagnachmittag stoppte er im Stade de Genève um drei weitere Punkte aufzuladen.

Von Beginn weg traten die Oberländer in Genf mit der nötigen Souveränität auf, die es braucht, um vorne mitzuspielen. Hinten stand man kompakt und vorne versuchte man schmerzende Nadelstiche zu setzen. Matoshi vergab zwei gute Möglichkeiten zur Führung für den Leader. Dieser musste sich bis kurz vor der Pause gedulden, bis er jubeln durfte. Dann trat Imeri einen Freistoss in den genfer Strafraum. Mall kommt aus dem Gehäuse, zögert aber einen kleinen Moment. Diesen nutzt Rastoder eiskalt aus. Der Stürmer hebt den Ball über den Keeper hineweg ins Tor.
Servette, bis dahin noch ohne nennenswerte Chance, reagierte umgehend auf das 0:1. Guillemenot erläuft sich einen Steilpass von Stevanovic. Mit dem Absatz legt der Angreifer auf Mráz zurück. Dieser legt ebenfalls zurück und eröffnet Douline die Riesenmöglichkeit. Der Franzose reagiert zu wenig kaltschnäuzig und drischt das Leder am Gehäuse vorbei. Das hätte das 1:1 sein müssen.
So retten die Gäste den knappen Vorsprung in die Pause.
Zum Start der zweiten Halbzeit hofften die Servette-Fans auf ein Aufdrehen ihrer Mannschaft. Dabei wurden sie sofort enttäuscht. Noch bevor die Grenats einen Gang hochschalten konnten, zappelte die Kugel schon wieder im eigenen Netz. Bürki lenkte einen Imeri-Freistoss mit dem Kopf aufs Tor. Der Ball machte einen Bogen und schlug unhaltbar am langen Pfosten im Tor ein. Das 0:2 - ein Stimmungsdämpfer. Und beinahe wäre es noch dicker gekommen. Ex-Servettien Imeri marschierte nach 55 Minuten in den Servette-Sechzehner. Ohne lange zu zögern versenkte er zum 0:3. Es war der Linienrichter, der den Höhenflug der Thuner bremste. Dieser signalisierte eine Abseitsposition des Offensivakteurs. Das Tor zählte nicht.
Gourvennec schöpfte seine letzten Mittel aus. Atangana und Jallow sollten das Angriffspiel des Heimteams beflügeln. Jallow gelang dies sofort. In einer seiner ersten Aktionen "feuerte" der Gambier einen Schuss aus der Ferne ab. Steffen musste schnell reagieren und lenkte das Geschoss an die Latte. Kurz darauf war Jallows Arbeitstag schon wieder zu Ende. Nach einer kleinen Fehde mit Bertone liess sich der Sommerneuzugang zu einer Tätlichkeit hinreissen. Nach Intervention des VAR prüfte Schiedsrichter Dudic die Szene am Monitor und zeigte Jallow die Ampelkarte.
In Unterzahl hatte der SFC endültig nichts mehr zu melden. Kurz vor Ende der offiziellen Spielzeit erhöhte Reichmuth für die Gäste auf 0:3. Der präzise Distanzversuch konnte von Mall nicht mehr pariert werden.
Für die Servettiens ging es fortan nur noch um den Ehrentreffer. Und siehe da! Dank Unterstützung eines Thuners sollte es tatsächlich soweit kommen. Bürki riss Atangana im eigenen Strafraum um. Nach einem kurzen VAR-Check entschied Dudic auf Elfmeter für den SFC. Der gefoulte Atangana lief selbst an und schickte Thun-Keeper Steffen in die falsche Ecke - 1:3.

Danach war aber Schluss. Servette findet nicht aus der Negativspirale heraus und gibt die nächsten Punkte vor heimischem Publikum ab. Bitterer Fakt -  der FC Thun hat in dieser Spielzeit gleich oft im Stade de Genève gewonnen, wie der Servette FC. Nach dem Tabellenführer wartet mit dem FC Lugano am Mittwoch das nächste Spitzenteam auf die Gourvennec-Elf. Hoffen wir, dass auswärts im Cornaredo anders aufgetreten wird, als gestern Nachmittag. 

Servette FC – FC Thun 1:3 (0:1)

Stade de Genève : 6'229 Zuschauer
Schiedsrichter : Alessandro Dudic ; Nicolas Müller, Matthias Sbrissa
VAR : Lukas Fähndrich ; Julian Müller
Tore : 40' Rastoder (0:1), 47' Bürki (0:2), 88' Reichmuth (0:3), 90'+2 Atanganga (Foulpenalty) (1:3)

Servette FC : Mall ; Burch (71' Severin), Rouiller, Mazikou ; Mendes (83' Lopes), Cognat, Douline, Njoh ; Stevanovic (71' Fomba), Guillemenot (57' Jallow) ; Mráz (57' Atangana)

FC Thun : Steffen ; Fehr, Montolio, Bamert, Bürki ; Imeri (70' Meichtry), Käit, Bertone (88' Rupp), Matoshi (46' Roth) ; Labeau (81' Ibayi), Rastoder (81' Reichmuth) 

Verwarnungen : 41' Cognat, 50' Bamert, 89' Bürki, 90' Mazikou, 90'+6 Rouiller
Rot : 67' Jallow

Bemerkungen : Servette ohne Ayé, Baron, Bronn, Frick, Ishuayed, Srdanovic (Verletzt), Morandi, Vincent (Nicht im Aufgebot), 60' Lattenschuss von Jallow ; Thun ohne Heule, Janjicic, Ziswiler (Verletzt), Balaruban, Eicher, Ilic (Nicht im Aufgebot), 55' Abseitstor von Imeri