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Furiose Aufholjagd in St. Gallen

26.01.2026 00:13:03 | Peter

Kampf, Leidenschaft und eine Portion Glück

 

Da sind die ersten drei Punkte des Jahres! Mit dem Rücken zur Wand drehen die Grenats einen 2:0-Rückstand im Kybunpark. Genau diese Zielstrebigkeit wollen wir auch in den nächsten Wochen sehen!

Dieser Sonntagnachmittag dürfte noch manchem mitgereisten Servette-Fan in guter Erinnerung bleiben. Dabei begann die Partie denkbar schlecht. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Görtler einen Einwurf von Vandermersch aus der Luft pflückte. Mazikou verteidigt viel zu passiv gegen den FCSG-Kapitän. Dieser zieht aus der Drehung ab und erwischt Mall zwischen den Hosenträgern. Das 1:0 war ein früher Nackenschlag für die Gourvennec-Truppe. Und es kam noch schlechter. Nach einer Viertelstunde trat Okoroji einen Freistoss aus dem Halbfeld an die Strafraumgrenze. Dort legte Görtler für Stanic ab. Mutig setzte dieser zu einem Schlenzer an und wurde belohnt! Stanic feiert seinen Treffer zum 2:0, im Gästesektor verwarf man die Hände.
Die Gäste brauchten zwanzig Minuten, ehe sie im Angriff ein erstes Mal von sich reden machten. Per Weitschuss versuchte sich Guillemenot. Sein Versuch sauste aber über die Latte hinweg. Der Abschluss war ein Weckruf für den SFC. Denn das Momentum kippte nun zu Gunsten der Calvin-Städter. Guillemenot versuchte sich nochmals aus der Distanz, dann hatte Miroslav Stevanovic das Anschlusstor auf dem Fuss. Ati Zigi war zweimal zur Stelle.
Der FC St. Gallen stemmte sich erst kurz vor der Pause gegen die genfer Offensivavancen. Baldé hatte die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Vor Mall flatterten dem Stürmer die Nerven. Sein Schuss ging gerade auf den Torhüter.
So verabschiedeten sich die beiden Teams, mit dem Stand von 2:0, in die Katakomben.
Joscelyn Gourvennec schien seine Männer so richtig heiss gemacht zu haben. Umso erfreulicher war es dann zu sehen, dass die Grenats nicht den Kopf in den Sand steckten, sondern direkt den Torerfolg suchten. Erst einige Sekunden standen auf der Uhr, da blockte Stanic eine Stevanovic-Flanke ab. Der Abpraller landete in den Füssen von Guillemenot. Der Ex-St. Galler zog sofort ab und verkürzte auf 2:1. Es war eine ganz wichtige und wegweisende Aktion. Denn Servette lebte und nahm das Zepter in die Hand. Längers rannten sie vergeblich an. Dann funtkte plötzlich der VAR Schiedsrichter Turkes an. In Volketswil nahm man ein Kopfballduell zwischen Kleine-Bekel und Stevanovic unter die Lupe. Dabei sah man, wie der Ellbogen des deutschen Verteidigers im GEsicht von "König Mica" landete. Turkes sah sich die Bilder in der Folge selbst am Bildschirm an und entschied auf Foul und Penalty! Freude beim Auswärtsteam, Entsetzen bei den Ostschweizern. Verstänlich, denn diesen Elfmeter hätte man nicht zwingend geben müssen.
Jérémy Guillemenot übernahm die Ausführung für die Genfer. Der Schuss des Angreifers war nicht sonderlich präzise, landete aber dennoch zum 2:2 hinter Ati Zigi im Netz. Die Aufholjagd war perfekt - und sie schien nunr zur Überholjagd zu werden. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich schickte Debütant Mendes Guillemenot der Seitenlinie entlang. Das SFC-Eingengewächs flankt das Leder in die Gefahrenzone, wo Stevanovic hochsteigt und zum 2:3 einnickt! Wahnsinn! Was für eine Rückkehr der Tabellenzehnten!
Beim FCSG war man nun bedient. Servette konnte es egal sein. Vogts Chance auf das 3:3 wurde von Mall gehalten. Danach war das Aufbäumen vorbei. In der Nachspielzeit bewiesen die Gäste nochmals, wie Eckballstark sie in dieser Saison sind. Njohs Corner wurde von Rouiller verlängert. Douline ist einschussbereit und drückt die Kugel zum 2:4 über die Linie. Damit setzt der Franzose den Schlusspunkt einer wilden Partie.

Dem Servette FC gelingt gegen die Espen endlich der benötigte "Lucky Punch". Den Vorsprung auf die Grasshoppers, und den Barrageplatz, vergrössert man auf fünf Punkte. Ein "Pölsterchen", mit welchem es sich einfacher weiterarbeiten lässt. Nächsten Samstag will man im "Rhône-Derby" nochmals nachlegen und sich aus dem Tabellenkeller verabschieden.

FC St. Gallen 1879 – Servette FC 2:4 (2:0)

Kybunpark : 15'290 Zuschauer
Schiedsrichter : Mirel Turkes ; Nicolas Müller, Ilco Jancevski
VAR : Johannes von Mandach ; Laura Mauricio
Tore : 2' Görtler (1:0), 15' Stanic (2:0), 46' Guillemenot (2:1), 80' Guillemenot (Foulpenalty) (2:2), 83' Mir. Stevanovic (2:3), 90'+2 Douline (2:4)

Servette FC : Mall ; Burch, Rouiller, Mazikou ; Miguel (39' Mendes), Cognat, Douline, Njoh : Mir. Stevanovic, Guillemenot (88' Ondoua) ; Mráz (68' Ishuayed)

FC St. Gallen 1879 : Ati Zigi ; Gaal, Stanic (61' Vallci), Kleine-Bekel ; Vandermersch, Görtler (68' Mih. Stevanovic), Daschner, Boukhalfa, Okoroji (85' Ouattara) ; Witzig (85' Besio) ; Baldé (68' Vogt)

Verwarnungen : 14' Miguel, 45' Gaal, 79' Kleine-Bekel, 82' Block [Assistenztrainer], 88' Mall

Bemerkungen : Servette ohne Ayé, Fomba (Gesperrt), Baron, Bronn, Frick, Srdanovic, Varela (Verletzt), Magnin, Morandi, Vincent (Nicht im Aufgebot), SFC-Pflichtspieldebüt für Houboulang Mendes ; St. Gallen ohne Büttiker, Fazliji, Neziri, Owusu (Verletzt), Csoboth, Dumrath, Efekele, Quintillà, Probst, Weibel, Widmer (Nicht im Aufgebot)