Zu behaupten, dass es beim FC Zürich derzeit besser läuft, als in Genf, wäre eine gewagte Aussage. Auch beim "Z" sitzt derzeit nicht jeder Stein auf dem anderen. Umso spannender war es zu sehen, ob eines der beiden Teams an diesem Sonntagnachmittag ein Ausrufezeichen setzen konnte.
Bei schönstem Sonnenschein starteten beide Teams mit Offensivdrang in die Partie. Noch in den Startminuten kamen beide Seiten zu einer guten Tormöglichkeit. Reverson verpasste per Kopf für die Gäste. Ayé verfehlte eine Hereingabe, alleine vor dem Tor, nur um wenige Zentimeter.
Noch keine Viertelstunde stand auf der Uhr, da machten sich die Servettiens bereit für eine Eckballhereingabe. Mittels einstudierter Variante versuchten sie, Löcher in die gegnerische Defensive zu reissen. Njoh brachte den Ball auf den zweiten Pfosten, wo tatsächlich Rouiller an den Ball kam. Der Kapitän versucht sich per Kopf. Brecher reagiert mit einem starken Reflex und bewahrt seine Farben vor dem Rückstand.
Servette ist, nach Jahren voller trauriger Eckbälle, mittlerweile zur unbestrittenen Eckballmacht der Liga aufgestiegen. Nach 20 Minuten untermauerte der SFC diesen Fakt. Wieder zirkelte Njoh die Kugel zur Mitte. Dort wird Neuzugang Burch zu passiv gedeckt. Der Debütant hält den Fuss hin und trifft zum 1:0 für die Heimmannschaft! So dürfte sich der Innerschweizer seinen Einstand vorgestellt haben.
Die Freude über den Führungstreffer währte allerdings nicht lange. Keine zehn Minuten nach dem Tor preschten die Zürcher nach vorne. Krasniqi kommt alleine vor Mall zum Abschluss. Der Goalie pariert, verliert aber die Orientierung. So kann Kransiqi den Abpraller zu Reverson weiterleiten. Dieser nutzt den Moment der Unordnung sofort aus und markiert das 1:1. Danach flacht das Gezeigte ab. Servette muss auf stehende Bälle spekulieren, um zu guten Offensivaktionen zu kommen. Umso gelegener kam ein Corner in der 37. Minute. Einen ersten Flankenball konnten die Gäste klären. Der Klärungsversuch landet allerdings erneut bei Njoh. Der Aussenverteidiger bringt den Ball umgehend zurück in die Gefahrenzone. Wieder zeigt sich Burch torgefährlich. Mit dem Kopf lenkt er die Kugel in Richtung Tor und verfehlt nur um Haaresbreite.
Mit ausgeglichenem Spielstand geht es in die Pause.
Für den zweiten Durchgang erhofften sich beide Fanlager einen Ruck, der durch die Mannschaft gehen sollte. Beide Seiten sollten enttäuscht werden. Ereignislos plätscherte das Geschehen vor sich hin. Erst in der 72. Minute schien die Partie wieder Fahrt aufzunehmen. Dann verabschiedete sich Kamberi frühzeitig unter die Dusche. Der Verteidiger riss Ayé, als letzter Mann, zu Boden. Schiedsrichter von Mandach beurteilte die Aktion als Notbremse und zeigte den Ampelkarton.
Das Feuer bei der Gourvennec-Elf schien sich langsam zu entflammen. Douline kam sogleich zu einer guten Torchance. Comenencia rettete auf der Linie. War dies der Weckruf für die "Servette-Viertelstunde"? Die Calvin-Städter arbeiteten nun nach vorne. Mit Mráz und Pflichtspieldebütant Lopes kamen zwei frische Kräfte für die Offensive. Echte Chancen blieben allerdings lange Mangelware. Die aussichtsreichste Chance hatte wohl Allix auf dem Fuss. Der Franzose sah zuerst einen Distanzversuch geblockt, ehe er wenig später im Strafraum frei zum Abschluss kam. Hier fand das Nachwuchstalent seinen Meister in Torwart Brecher.
Auf der Gegenseite lauerten die Zürcher auf Flüchtigkeitsfehler bei den Grenats. Und genau so einer unterlief Rouiller tief in der Nachspielzeit. Emmanuel erlief sich das Leder und zog ab. Mall war zur Stelle und verhinderte den Supergau.
Für den Schlusspunkt war dann das Heimteam besorgt. Ein weiter Ball erreichte Stevanovic. Dieser stoppt das Leder mit der Brust und sucht sofort den Abschluss. Was schön anzusehen war, war leider wenig effektiv. Der Schuss des Bosniers sauste über die Latte hinweg.
So endete die Partie mit einem 1:1, das keinem der beiden Teams weiterhilft. Aufgrund der GC-Niederlage gegen den FC Thun hätte vor allem der SFC mit einem Sieg Raum zwischen dem Barrageplatz und dem zehnten Rang schaffen können. Nun geht es mit dem Bibbern weiter. Am nächsten Sonntag gastieren die Genfer in St. Gallen. Der FCSG geht ambitioniert ins neue Jahr, konnte sein Können im Jahr 2026 aber noch nicht unter Beweis stellen. Der Auswärtsauftritt beim FC Winterthur fiel den schlechten Platzverhältnissen auf der Schützenwiese zum Opfer.
Servette FC – FC Zürich 1:1 (1:1)
Stade de Genève : 8'340 Zuschauer
Schiedsrichter : Johannes von Mandach ; Susanne Küng, Venancius Antony
VAR : Anojen Kanagasingam ; Hajrim Qovanaj
Tore : 20' Burch (1:0), 28' Reverson (1:1)
Servette FC : Mall ; Burch, Rouiller, Baron (60' Mazikou) ; Douline ; Stevanovic, Fomba (76' Mráz), Cognat, Njoh (86' Lopes) ; Guillemenot (60' Allix), Ayé
FC Zürich : Brecher ; Kamberi, Vujevic, Sauter (82' Di Giusto) ; Kablan (62' Comenencia), Reichmuth, Tsawa (77' Bangoura), Phaëton ; Krasniqi (62' Palacio) ; Reverson (77' Emmanuel), Kény
Verwarnungen : 16' Fomba, 25' Ayé, 90'+2 Sahin [Assistenztrainer]
Gelb-Rot : 90'+2 Sahin [Assistenztrainer]
Rot : 72' Kamberi
Bemerkungen : Servette ohne Miguel (Gesperrt), Morandi (Krank), Bronn, Frick, Srdanovic (Verletzt), Ishuayed, Jallow, Magnin, Scandurra, Varela (Nicht im Aufgebot), SFC-Pflichtspieldebüt für Marco Burch, Thomas Lopes ; Zürich ohne Odera (Gesperrt), Perea (Verletzt), Fiorini, Ligue, Markelo, Morozov, Okafor, Segura, Stiel, Stork, Tchamda, Tramoni, Volken (Nicht im Aufgebot)

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