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Gourvennec stellt sich vor Miguel

16.01.2026 00:23:35 | Peter

Rotsünder wird nicht an den Pranger gestellt

 

Es war die Schlüsselszene im Léman-Derby vom vergangenen Mittwoch. In der 37. Minute prescht Servettes Miguel in den gegnerischen Strafraum. Noch bevor er zum Abschluss kommt, geht der Flügelspieler zu Boden. Schiedsrichter Schärer sieht die Schuld für den Sturz nicht bei Bewacher Beloko. Er enttarnt eine Schwalbe des Jungspunds und schickt diesen mit Gelb-Rot unter die Dusche.

Der Rest ist bekannt. Servette muss eine knappe Stunde in Unterzahl ran. Man sträubt sich gegen einen Rückstand, kassiert diesen schlussendlich aber doch noch. Joker Ayé fälscht einen Fofana-Freistoss derart unglücklich ab, dass dieser an Mall vorbei ins Tor fliegt. Den Gegentreffer kann der SFC in der Folge nicht verdauen. Man muss sich im Nachtragsspiel dem Rivalen geschlagen geben.

Die Schuld für die Niederlage sucht Trainer Jocelyn Gourvennec nicht bei Rotsünder Miguel. Gegenüber dem französischsprachigen Blick stellt er sich vor seinen Schützling. Den Platzverweis tut der Franzose als "Anfängerfehler" ab. "Das wird ihm eine Lehre sein", lässt sich Gourvennec zitieren. "Natürlich schadet dies der Mannschaft, aber das nehmen wir einem 18-jährigen nicht übel", fügt er an. Vielmehr lenkt der Übungsleiter das Augenmerkt auf die Einsatzzeit vor der besagten Szene. Es gab einige gute Aktionen des U19-Internationalen, dem mit Brandon Soppy kein einfacher Gegenspieler zugeteilt gewesen war. Miguel habe sich den Platz in der Startelf mit einer guten Vorbereitung verdient. Zudem bringe er viele Qualitäten mit und sei taktisch sehr weit - trotz des jungen Alters.

Erwartungsgemäss kassiert Miguel einen Strafsonntag. Dies bestätigte die SFL gestern Nachmittag. Das Eigengewächs wird das Heimspiel gegen den FC Zürich verpassen.