Unter einem speziellen Stern pfiff Schiedsrichter Sandro Schärer gestern Abend das Spiel zwischen Servette und dem FC Lausanne-Sport an. Das Léman-Derby stand ganz im Zeichen der Andacht, an das was vor ein paar Tagen in Crans-Montana passiert ist. Nach der Schweigeminute, während welcher man eine fallende Nadel im Stadion hätte hören können, mussten die Spieler ihren Fokus wieder auf das runde Leder richten.
In der Starphase gehörte der erste Aufreger den Gästen - wenn auch der Zufall keine unwesentliche Rolle spielte. Fofana rückte über die linke Seite nach vorne. Mit seinem Flankenball suchte er einen Mitspieler, fand aber die Latte! Das wäre beinahe die Führung für "LS" gewesen. Quasi im Gegenzug meldete sich Servette zu Wort. Von rechts zirkelte Stevanovic die Kugel zur Mitte, wo sich Mráz Platz verschafft. Der Slowake kommt um Kopfball, verpasst die Führung aber deutlich. Zu einer ähnlichen Szene kamen die Grenats nach einer halben Stunde. Dann führte Njoh einen Eckball kurz aus. Cognat kam ihm entgegen und spedierte den Ball selbst in die Mitte. Diesmal war es Stevanovic, der in die Luft stieg - und vergab. Das Heimteam hatte mehr Spielanteile, konnte diese aber nicht in bare Münze umwandeln. Einfacher wurde es nach 37 Minuten siher nicht. Denn dann erwies Startelfdebütant Miguel seiner Mannschaft einen Bärendienst. Nach einer dummen Schwalbe im gegnerischen Sechzehner schickte Schärer Den Youngster mit Gelb-Rot unter die Dusche.
Trotz numerischer Unterzahl suchte der SFC das 1:0. Fomba kam diesem am nächsten. Seinen Kopfballversuch klärte Letica mit einer Glanzparade. Rouiller versuhte den Abpraller reinzustochern, kam aber einen Schritt zu spät.
Torlos zogen sich die Teams in die Pause zurück.
Den zweiten Durchgang gingen die beiden Mannschaften gemächlich an. Man war schon fast überrascht, dass Lausanne nicht mehr Druck aufbauen konnte. Eine ganze Stunde lang hielten die Servettiens den Gegner erfolgreich vom eigenen Kasten fern. Dann kam es zu einem Freistoss für die Gäste. Fofana nahm Anlauf und schlenzte das Leder in Richtung Gehäuse. Ayé, kurz zuvor eingewechselt, lennkt marginal ab. Der Ball schlägt zm 0:1 im Tor ein. Eine ganz bittere Pille für die Gourvennec-Elf. Diese reagierte umgehend - ebenfalls mit einem stehenden Ball. Njoh tritt diesen gefährlich vors Tor. Dort verpassen alle - ausser Douline! Der Franzose trifft den Pfosten und hadert mit dem Glück. An anderen Tagen wäre der Versuch vielleicht im Netz gelandet.
Mit einem Mann weniger fehlte dem SFC die offensive Durchschlagskraft. So kam Lausanne mit Minimalaufwand zu maximalem Ertrag. In der Nachspielzeit hatte Diakité die Entscheidung auf dem Fuss, scheiterte aber am stark parierenden Mall
Zum Schluss bleibt dennoch Leere und Enttäuschung. Es war nicht der Auftritt, den man sich nach der Winterpause erhofft hatte. Nach 19 Spieltagen beträgt der Rückstand auf Platz 6 bereits neun Punkte. Gegen hinten lauern die Grasshoppers mit "nur" drei Zählern Abstand. Es wird nicht ruhiger im Umfeld des Vereins.
Servette FC – FC Lausanne-Sport 0:1 (0:0)
Stade de Genève : 8'122 Zuschauer
Schiedsrichter : Sandro Schärer ; Stéphane De Almeida, Jonas Erni
VAR : Sven Wolfensberger ; Julian Müller
Tore : 64' Fofana (0:1)
Servette FC : Mall ; Mazikou (80' Guillemenot), Rouiller, Baron, Njoh ; Douline, Fomba (46' Allix) ; Stevanovic, Cognat (88' Morandi), Miguel ; Mráz (61' Ayé)
FC Lausanne-Sport : Letica ; Soppy, Mouanga, Sow (46' Okoh), Fofana ; Custodio ; Mollet, Beloko (90'+2 Poaty) ; Ajdini (58' Diakité) ; Butler-Oyedeji (74' N'Diaye), Kana Biyik (46' Traoré)
Verwarnungen : 20' Miguel, 32' Sow, 41' Fomba
Gelb-Rot : 37' Miguel
Bemerkungen : Servette ohne Bronn, Frick, Ishuayed, Srdanovic (Verletzt), Atangana, Jallow, Scandurra, Varela, Vincent (Nicht im Aufgebot), Burch (Noch nicht qualifiziert), 66' Pfostenschuss von Douline ; Lausanne ohne Lekoueiry (Gesperrt), Abdallah, Al Saad, Bair, Roche, Sigua (Verletzt), Bruchez, Franchi, Grosso, Lachhab, Lippo, Renovales (Nicht im Aufgebot), Janneh (Noch nicht qualifiziert), 9' Lattenschuss von Fofana

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