Die Wahl des "Man of the Match" - nicht erst seit Kurzem lassen Klubs ihre Fans darüber abstimmen, welcher Spieler sie in einer Partie am meisten überzeugt hat. Spätestens mit dem Aufkommen von Smartphones und vereinseigenen Apps geschieht dies noch vor dem Abpfiff. So kann, zum Teil noch auf dem Rasen, die zugehörige Trophäe überreicht werden. Diese können auch mal skuril ausfallen.
In Genf verkündet der Servette FC über Social Media, wer das Rennen für sich entschieden hat. Festgehalten wird dies mit einem Foto. Nach Siegen fällt der Gang vor die Kamera meist leichter, als nach einem Untentschieden oder einer Pleite. So stemmt der "Most Valuable Player by Migros" Heimspiel für Heimspiel seine Trophäe in die Linse. Und als Fan frägt man sich, ob der Spieler diese mit nach Hause nehmen darf.
Foto: x.com/ServetteFC
Mittlerweile wurde die Trophäe überarbeitet. Der Schriftzug "MVP" lässt wenigstens vermuten, für was die Auszeichnung steht. Zu Anfangszeiten des Migros-Sponsorings war da noch wesentlich mehr Spielraum. "Ein M besser", getreu dem Slogan des Detailhändlers, wäre wohl die beste Erklärung für jemanden, der das Foto ohne Hintergrundinformationen sieht. Auch Dereck Kutesa schien im Juli letzten Jahres etwas verwirrt gewesen zu sein, als man ihm das orangene "M" in die Hände gedrückt hatte.
Foto: facebook.com/servettefootballclub
Dass es auch anders geht, sahen aufmerksame Leser "Zwölf" in der vorletzten Ausgabe. Das (wahrscheinlich) beste Fussballmagazin der Schweiz warf einen Blick in den Norden Europas. Genauer gesagt auf die "Man-of-the-Match-Zeremonie" des dänischen Erstligisten Sønderjyske Fodbold. Im August ging die Auszeichnung an Maxime Soulas. Der französische Innenverteidiger erzielte einen von drei Treffern beim 3:2-Heimsieg über den FC Nordsjælland. Als Prämie gab es eine Schubkarre voll Kartoffeln. 55 Kilogramm sollen es gewesen sein. Alles gestiftet vom Spieltagsponsoren - einem lokalen Gemüsegrosshändler. Soulas nahm die Ladung Knollengemüse mit einem Schmunzeln entgegen. Behalten wollte er sie dann doch nicht. Einen Teil übergab er an die Klubkantine. Den Rest spendete der 26-jährige einer örtlichen Suppenküche.
Hätte Soulas den Titel nicht geholt, wären die Kartoffeln vielleicht sogar in bekannte Hände gewandert. Ex-Servettien Alexander Lyng stand bei besagter Partie für Sønderjyske in der Startformation.
Foto: x.com/SJFodbold
Über solche Aktionen wie in Dänemark, können die Fans des Bryne FK schon seit Längerem lachen. Der Verein aus dem Südwesten Norwegens hat sich einen Namen gemacht, was landwirtschaftliche Prämierungen seiner Spieler anbelangt. Der Stammklub von Megastar Erling Braut Haaland feiert damit die Region Jæren, die seit jeher als landwirtschaftliches Zentrum des Landes gilt. Immer wieder dürfen sich Spieler über "Naturalien" freuen, wenn sie in der Eliteserien abliefern. Torwart Jan de Boer fing sich bei der knappen 0:1-Niederlage gegen den FK Bodø/Glimt nur ein "Ei". Nach Abpfiff wurden ihm gleich mehrere Kartons überreicht.
Foto: x.com/Bryne_FK
Im Mai zeigte sich de Boers Teamkollege Duarte Moreira wesentlich glücklicher. Gegen den Fredrikstad FK stach der Stürmer mit einem Tor und zwei Vorlagen hervor. Dies brachte ihm eine Ladung Holzscheite ein.
Foto: x.com/Bryne_FK
Noch wilder, im wahrsten Sinn des Wortes, ging es im April zu und her. Diesmal sicherte sich mit Axel Kryger ein Abwehrspieler die Auszeichnung des "Mann des Spiels". Er bekam ein lebendes Lamm geschenkt.
Foto: x.com/Bryne_FK
Letzten Juni gastierte der ehemalige Servette-Junior Loris Mettler mit Sandefjord Fotball in Bryne. Die Lokalmatadoren sicherten sich mit einem 3:2 drei Punkte - und Mittelstürmer Sanel Bojadzic mehrere Kartons mit Blumenkohl. Diese verteilte er nach Abpfiff direkt an die anwesenden Fans. Damit hätte er ihnen in der Schweiz einen Abstecher in die Migros erspart.
3 poeng til Bryne og blomkål til alle på Felt E????????????️ pic.twitter.com/eVc18WRRha
— Bryne FK (@Bryne_FK) June 1, 2025

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