Es sind düstere Wolken, die sich in diesen Tagen über dem Stadio Comunale von Bellinzona zusammenziehen. Der ortsansässigen ACB droht der vorzeitige Lizenzentzug. Bereits am morgigen Sonntag könnte das Auswärtsspiel in Neuchâtel zur Dernière der "Granata" werden.
Die Chancen auf einen Turnaround im Tessin scheinen nicht allzu gross zu sein. Dies vermutet zumindest "Ticino Online". Die Zukunft des einmaligen Schweizermeisters hängt am seidenen Faden - und mit ihm auch die Zukunft zahlreicher Spieler. Ex-SFC-Aussenverteidiger Michael Gonçalves könnte sich schon im Winter nach einem neuen Klub umsehen. Ihm gleich tun könnte es auch der junge Noé Philipona. Der mittlerweile 20-jährige Angreifer erlernte das kicken im Waadtland beim FC Crans, ehe er via FC Stade Nyonnais im Nachwuchsbereich des Servette FC landete. Bis zur U19 trug Philipona das Trikot der Grenats. Für den Sprung ins Profikader hat es dennoch nie gereicht. In der Hoffnung, seinen Traum doch noch erfüllen zu können, verliess der Schweiz-Spanier Genf und wechselte in seine zweite Heimat. Beim Cádiz CF aus der Segunda División, der zweithöchsten Liga des Landes, erhielt Philipona Unterschlupf - oder besser gesagt in der U19 der Andalusier. Nachdem es auch dort nich mit dem Durchbruch zu klappen schien, versuchte er sich krz beim CD San Félix, ehe er das Abenteuer abbrach und in die Schweiz zurückkehrte. Der Yverdon Sport FC gewährte ihm einen Platz in der 2. Mannschaft.
Am südlichen Ende des Neuenburgersees schien es Philipona etwas besser zu laufen. In der 1. Liga Classic durfte er regelmässig ran und erzielte auch zwei Tore. Vielleicht war es genau der richtige Schritt, um sich nochmals bei einem hiesigen Profiklub zu empfehlen. Umso grösser dürfte de Freude gewesen sein, als die AC Bellinzona tatsächlich ein Vertragsangebot unterbreitete. Philipona wechselte, quer durchs Land, in die Sonnenstube der Schweiz. Gleich zu Beginn der Saison durfte der Ex-Servettien sechs Mal für die Tessiner auflaufen. Seit ein paar Runden verfolgt er die Spiele zwar von der Ersatzbank aus, steht aber immerhin im Spieltagskader. Der Traum vom Profifussballer, wenn auch nur in der Challenge League, schien in Erfüllung zu gehen. Nun soll aber genau diese Blase platzen. Es wäre ein neuerlicher Rückschlag in der jungen Karriere des Offensivakteurs. Bringt ihn dieser endgültig zu Fall, oder kann er sich mit den gemachten Erfahrungen bei einem anderen Verein aufdrängen? Die Uhr tickt - gegen die AC Bellinzona und gegen Noé Philipona.

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