Es sind schlechte Neuigkeiten, welche aus Genf in die Deutschschweiz schwappen. Ein junger Spieler der Grenats soll in einen Erpressungsfall verwickelt sein. Dies berichtet die Tribune de Genève.
Die Geschichte klingt wie aus einem Krimi. Ein Spieler des FC Stade Nyonnais wartet nach dem Training mit seinen Mitspielern auf den Bus. Plötzlich fährt ein grauer VW vor. Zwei Personen steigen aus und steuern gezielt auf den jungen Franzosen. Von diesem wollen sie knapp CHF 5'000.-. Weil dieser das Geld nicht mit sich führt, wird er vor den Augen seiner Teamkollegen ins Auto gezerrt. Diese greifen nicht ein, weil sie eine Waffe gesehen haben wollen. Mit dem Auto geht es nach Lancy. Dort soll ein Bekannter des Spielers das Geld aushändigen. Weil auch dort nichts zu holen war, verschleppte ihn die Gruppe in ein Waldstück bei Satigny. Unter Gewaltanwendung wird er zu mehreren Telefonaten gedrängt. Die Gruppe beharrt auf den Frankenbetrag, dessen Herkunft unbekannt scheint. Erst als sie realisieren, dass an diesem Septemberabend nichts mehr zu holen ist, fahren sie ihr Opfer bis nach Meyrin. An einer Bushaltestelle darf der Nyon-Spieler aussteigen. Mit einem Tram fährt er anschliessend ins Stadtzentrum, wo er sich auf dem Polizeiposten meldet. Dort bricht der Fussballer zusammen.
In den darauffolgenden Tagen nahmen verschiedenste Personen Kontakt mit dem Entführten auf. Dafür griffen sie auf die App Snapchat zurück. Er wurde beleidigt und mit dem Tod bedroht. Schliesslich willigt er ein, das Geld beim Bahnhof Cornavin in Genf zu übergeben. Was die Bande jedoch nicht weiss - die Polizei ist ebenfalls vor Ort. Eine Handvoll Personen wurde direkt festgenommen. Darunter auch der Servette-Spieler. Dieser soll einen der Hauptbeschuldigten zum Treffpunkt gefahren haben. Von einer Auseinandersetzung wollte er nichts wissen. Seine genaue Rolle muss zuerst noch abgeklärt werden.
Im Zusammenhang mit der Entführung und dem Erpressungsfall klickten bis Oktober neun Mal die Handschellen. Alle Verhafteten sind um die 20 Jahre alt. Ein weiterer Verdächtiger soll auf Juniorenebene ebenfalls für Servette gespielt haben. Am 19.11.2025 befragte die Staatsanwaltschaft die Beschuldigten. Diese versuchten sich aus der Affäre zu ziehen und beschwichtigten, dass es zu keinen körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein soll. Auch die verwendete Waffe sei lediglich ein Spielzeug gewesen, dass man an einem Jahrmarkt kaufen könne. Ebenso versuchte die Gruppe in die Opferrolle zu schlüpfen. Sie hätten auf Geheiss eines Fadenziehers aus Lyon gehandelt. Dieser solle sie kontaktiert haben, um das Geld einzutreben, welches ihm der Nyon-Akteur geschuldet habe. Das Opfer soll den Betrag von jemandem auf sein Bankkonto überwiesen bekommen haben, der mit der Person aus Lyon in Kontakt stand. Ob diese Geschichte korrekt ist und wer alles für eine Straftat verurteilt wird, ist Sache der Justiz. In diesen Tagen sollen erneut Anhörungen stattfinden. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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