Es ist nicht der Herbst, den sich Joël Mall erträumt hat. Erst verliert der Torhüter seinen Platz im Zypern-Tor, dann muss er auch den Kasten beim SFC räumen. In einem Post auf LinkedIn gibt der Familienvater einen persönlichen Einblick, wie er mit der Situation umgeht:
Papi, wieso bist du nur noch auf der Bank?
In den letzten Jahren habe ich viel investiert und intensiv daran gearbeitet, meinem Ego weniger Bedeutung zu geben. Möglichst Ego-frei durchs Leben zu gehen, ist mir wichtig und tut mir gut. Dazu gehört auch, in guten Zeiten die ganzen Lobeshymnen von Menschen, die man kaum kennt, mehrheitlich auszublenden, denn wer das schafft, kann in schwierigen Zeiten auch die negativen Stimmen besser an sich abprallen lassen. Es hilft mir, mich nicht nur als Fussballer zu definieren, sondern als Mensch, mit viel mehr als nur dem Resultat am Wochenende. Im Fussball ist man so vielen Dingen ausgesetzt, die ausserhalb der eigenen Kontrolle liegen. Sich an Clean Sheets oder Endresultaten zu messen, macht deshalb wenig Sinn. Das heisst aber nicht, dass mir Fussball weniger wichtig geworden ist. Es bedeutet lediglich, dass ich die Volatilität dieses Geschäfts nicht mehr so nahe an mich heranlasse. Zumindest versuche ich es auch wenn das nicht immer gelingt. Ich messe mich an meinem Prozess und an der Arbeit, die ich täglich investiere. Das liegt in meiner Kontrolle. Wenn dieser Weg stimmt, sind die Resultate am Ende nur ein Nebenprodukt.
Wenn dann der eigene Sohn eine Frage stellt wie: „Papi, wieso bist du nur noch auf der Bank?“, weil er beginnt, den Fussball zu verstehen, dann triggert das natürlich das Ego. Jeder Vater möchte für sein Kind ja irgendwie der Beste sein. Es wäre leicht, ihm zu erklären, wie gemein und unfair alles ist und wer angeblich Schuld hat. Aber das wäre Quatsch und genau nicht das, wie ich sein will und was ich meinem Sohn mitgeben möchte. Also erkläre ich ihm, dass das Leben nicht immer so läuft, wie man es gerne hätte, dass ich Fehler gemacht habe und der Trainer so entschieden hat. Ich will ihm zeigen, dass ich die Verantwortung übernehme und die Situation so annehme. Jetzt kommt aber die eigentlich Lektion. Im Leben hat man immer die Wahl, wie man auf eine Situation reagiert.
Ich erkläre ihm, dass ich alles, was in meiner Macht und Kontrolle steht, unternehme, um die Situation wieder zu ändern. Unbequeme Momente wird es im Leben immer geben, ob man will oder nicht. Ich möchte, dass er ein Mindset entwickelt, mit dem er auf Rückschläge positiv reagieren kann und bereit ist dafür. Um ihm diese Lektion zu lehren, reicht es nicht, einfach nur zu predigen, ich muss sie vorleben.
Und genau das werde ich tun. Solange Sinn und Freude da sind, werde ich weiterkämpfen und versuchen, mit Positivität, Demut und harter Arbeit ein Vorbild zu sein.
Quelle: (linkedin.com / Joël Mall / 01.12.2025)

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