In der Sommerpause liess der SFC diverse Spieler auf Leihbasis ziehen. Einige blieben in der Region, andere zog es etwas weiter weg. Bei allen stellt sich jedoch die Frage, wie es ihnen bisher erging.
Bevor die letzten Spieltage in diesem Jahr ausgetragen werden, werfen wir einen Blick auf die Hinrunde der Servettiens, welche ihre Sporen vorübergehend bei anderen Vereinen abverdienen.
Léo Besson
Der fühere U21-Internationale des Kosovos heuerte diesen Sommer mit grossen Erwartungen beim FC Stade-Lausanne-Ouchy an. Bei den Waadtländern wollte der Torhüter zeigen, was in ihm steckt. Der Hintergedanke, dass er sich so als Kandidat für die Nachfolge von Jérémy Frick und Joël Mall aufdrängen kann, dürfte ebenfalls mitgeschwungen haben. Das Leben als Goalie ist aber auch am nördlichen Ufer des Genfersees kein leichtes. Im Schweizer Cup reichte es zu zwei Einsätzen gegen den FC Veyrier Sports und den FC Echallens. In der Challenge League reichte es meistens nur für den Platz auf der Bank. Einzig im Auswärtsspiel gegen den FC Vaduz stand der 23-jährige anfangs November im Kasten der Lausanner.
Sidiki Camara
Im Stade Municipal von Yverdon-les-Bains ist der zentrale Mittelfeldspieler ein bekanntes Gesicht. Beim Super-League-Absteiger kommt Camara regelmässig zum Zug. 15 Pflichtspieleinsätze (2 Tore, 1 Assist) stehen derzeit zu Buche. Auch im Cup durfte das SFC-Eigengewächs ran, als die Gourvennec-Truppe die Segel frühzeitig streichen musste. In besagter Partie erzielte Camara sogar ein Tor. Dieses wurde jedoch wegen eines Foulspiels wieder aberkannt.
Der Yverdon Sport FC besitzt eine Kaufoption für den 23-jährigen. Sollte diese nächsten Sommer nicht gezogen werden, ist er noch bis 2027 an den SFC gebunden.
Samuel Fankhauser
Der grossgewachsene Innenverteidiger hielt in dieser Spielzeit seine Knochen für den Etoile Carouge FC hin. Dies hätte er, wenn es nach seinem Geschmack ging, aber noch etwas öfters machen dürfen. Fankhauser, der bislang auch bei Servette nur ein einziges Pflichtspiel mit den Profis absolvieren durfte, sass vorwiegend auf der Bank der "Stélliens". Immerhin berücksichtigte ihn Trainer Nogueira letzte Woche für die Startelf. Ob es im Sommer zu einer Rückkehr zum SFC kommt ist mit dieser Einsatzzeit mehr als fraglich. Fankhauser feiert im Februar bereits seinen 22. Geburtstag. Es darf bezweifelt werden, dass die Servette-Verantwortlichen dem Spieler einen neuen Vertrag unterbreiten werden. Der bisherige Kontrakt läuft im Juni aus.
Maxim Leclercq
Andrea Binotto trainierte den jungen Leclercq in seiner Zeit als Coach von Servettes U21. Umso verheissungsvoller schien die Geschichte zu werden, als der jetzige Übungsleiter des FC Stade Nyonnais den Mittelfeldspieler ins Stade de Colovray lotste. Zu Saisonbeginn sah es so aus, als würde Leclercq den Sprung von der 1. Liga Classic in die Challenge League packen. Acht Teileinsätze standen auf dem Konto des Youngsters. Dann kippte die Stimmung in la Côte. Leclercq pendelte zwischen Ersatzbank und Tribüne. Erst letztes Wochenende wurde er für die Schlussphase im Spiel gegen Vaduz eingewechselt. In seinem Fall wird die Rückrunde entscheidend sein, wie es mit der Karriere weitergeht. Für einen Platz in der Super League muss das Eigengewächs mindestens zur Stammkraft in der zweithöchsten Spielklasse reifen.
Tiemoko Ouattara
Der Aufschrei war gross, als sich der FC St. Gallen 1879 den Flügelläufer vorstellte. Ouattara unterschrieb auf Leihbasis, hat aber auch eine Kaufoption in seinem Vertrag. In der Ostschweiz hat der U21-Nationalspieler noch keine Stricke zerrissen. Die Einsatzzeiten sind ähnlich wie in Genf und beschränken sich auf Einwechslungen in der zweiten Halbzeit. Bitter für Ouattara, denn bei Servette hätte er von den Ausfällen von Jallow und Varela profitiert. So hofft der 20-jährige im Kybunpark auf Spielpraxis, während Jocelyn Gourvennec im Stade de Genève bereits den nächsten Jahrgängen Einsatzmöglichkeiten schenkt. So könnte es nächsten Sommer gut möglich sein, dass der Rückkehrer plötzlich hinter Malek Ishuayed oder Miguel Mardochée anstehen muss.
Roméo Philippin
Die Sommervorbereitung absolvierte Roméo Philippin im Kreis der 1. Mannschaft des Servette FC. Unter Thomas Häberli kam er auch in mehreren Testspielen zum Zug. Um Spielpraxis zu sammeln entschloss man sich schliesslich, eine Leihe in die Challenge League einzugehen. Der Plan ging auf. Beim Etoile Carouge FC kam er wettbewerbsübergreifend zu 11 Einsätzen. Im Schweizer Cup durfte der linke Aussenverteidiger auch gegen den FC Basel 1893 an, gegen den man erst im Elfmeterschiessen den Kürzeren zog. Der Juniorennationalspieler dürfte im kommenden Sommer mit offenen Armen beim SFC empfangen werden. Denn wenn der 18-jährige weiterhin Fortschritte macht, dürfte er ein valabler Ersatz für Bradley Mazikou werden.
Mahir Rizvanovic
Über den grossgewachsenen Innenverteidiger gibt es wenig zu berichten. Nachdem der 20-jährige die letzte Spielzeit beim FC Biel-Bienne verbracht hat, schlug er dieses Jahr seine Zelte beim FC Grand-Saconnex auf. Dort gilt Rizvanovic in der Abwehr als gesetzt. Dennoch müht sich der Verein aus dem genfer Vorort in der Promotion League ab. In der zweiten Saisonhälfte muss der Klassenerhalt das Ziel sein.
Jarell Simo
Nebst Roméo Philippin macht auch die Entwicklung von Jarell Simo Freude. Im defensiven Mittelfeld gehört er zu den Leistungsträgern des FC Stade Nyonnais. Der 21-jährige kam, mit einer Ausnahme, in jedem Pflichtspiel von Beginn weg zum Einsatz. Bei Nyons Überraschungssieg im Cup gegen den FC Zürich steuerte Simo einen Treffer bei. Der Schweiz-Kameruner ist zwar kein ganz junges Talent mehr, könnte aber im kommenden Jahr eine gute Ergänzung für das Fanionteam der Grenats sein.
Julian von Moos
Wenn es gegen den SFC geht, dann verwandelt sich von Moos zum "Alpen-Messi". In beiden Partien gegen seinen eigentlichen Klub trug sich der 24-jährige auf der Skorerliste ein. Ein Tor, ein Assist - das Wurmt die Fans der Calvin-Städter. Schaut man aber den gesamten Saisonverlauf an, dann kämpft der wirblige Offensivspieler noch immer mit vielen Blessuren. Wegen Adduktorenproblemen musste der Thurgauer schon zwei Mal eine Pause einlegen. Nun plagt er sich mit einem Bänderriss im Sprunggelenk herum, den er sich ausgerechnet gegen seine alten Teamkollegen zugezogen hat. Kommenden Sommer wird sich von Moos mit grosser Wahrscheinlichkeit definitiv aus der Rhône-Stadt verabschieden. Eine Vertragsverlängerung scheint nicht den Plänen der Vereinsverantwortlichen zu entsprechen.
Patrick Weber
Am Mittwochabend stand der frühere Servette-Junior auch auf dem Platz, als der Yverdon Sport FC die Cup-Hoffnungen des FC Lausanne-Sport begrub. Für ihn hat sich die Leihe zum Challenge-League-Vertreter ebenfalls gelohnt. Unter Trainer Ursea, darf Weber regelmässig ran. Trotz zahlreicher Jokereinsätze konnte er bereits drei Tore erzielen. Ein weitere bereitete er vor. Für den 21-jährigen ist diese Spielzeit ebenfalls wegweisend. Sollte er nächsten Sommer nicht in den Gourvennecs Plänen vorkommen, muss er sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

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