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22.02.2012 Schnipsel aus den Medien zurück/back/retour

Servette schickt GC ohne Punkte nach Hause

Die Rettung in letzter Minute – vorerst (Oltner Tagblatt 20.02.2012)

 

Servette schlägt GC in der Schlussphase mit 3:1, bangt aber noch immer um seine Zukunft.

 

Er sieht nicht so glücklich wie ein Siegesschütze aus. Goran Karanovic hatte inder 90. Minute mit einem platzierten Kopfball Servette auf die Siegerstrasse gebracht. Sekunden danach traf auch Eudis zum 3:1-Erfolg über GC. Nach den Toren De Ridders  für die Zürcher (52.) und Yarteys Ausgleich (57.) sah alles nach einem unspektakulären Unentschieden aus. Doch der Last-Minute-Sieg dreht die Lautstärke im mit rund 6‘000 Zuschauern spärlich besetzten Stade de Genève voll auf. „Diese Partie hat nochmals bewiesen, dass man nie den Kopf hängen lassen darf“, sagt Karanovic mit ernster Miene, „ich freue mich für das Team, für die Fans, für den Verein!“

Er nennt den Klub wohl nicht von ungefähr. Servette macht nach dem Konkurs aus dem Jahr 2005 einmal mehr negative Schlagzeilen. Über zwei Millionen Franken Schuldensoll der inranische Präsident Majid Pishyar angehäuft haben. Gläubiger fordern seit Wochen Geld von ihm ein. Vergangene Woche hatten zahlreiche Firmen ihr Konkursbegehren eingestellt und eine neue Gnadenfrist auf diese Woche gesetzt. Ein Teil der ausstehenden Rechnungen hat der Klub beglichen. Pishyar hat angeblich nur diejenigen Dienstleister besänftigt, die für den Spielbetrieb im Stadion verantwortlich sind: Den Sicherheitsdienst, die Betreiber der Anzeigetafel, die Verantwortlichen des Terrains. Ansonsten hätte bereits die gestrige Partie gegen GC nicht stattgefunden. Etliche Zahlungen stehen aber noch aus. Etwa die Januar-Löhne sämtlicher Angestellten des Vereins, auch der Spieler. „Kein Kommentar“, sagt Goran Karanovic, „ich spreche nur über das Sportliche.“ Er schaut, als wolle er eigentlich sein Herz ausschütten, seine Last abladen, aber er schweigt. „Sorry, aber es ist im Moment nicht so einfach“, sagt er beinah gerührt.

Am 26. Februar muss Servette bei der Liga beweisen, dass der Klub Löhne, Sozialleistungen und Steuern bezahlt. Ansonsten droht in einem ersten Schritt der Abzug von Punkten, in einem zweiten der Lizenzentzug – was am Neuenburgersee in den vergangenen Monaten der Fall war, könnte sich tel quel am Léman ereignen. Vom undurchsichtigen Präsidenten Pishyar gibt es seit Wochen keine Spur. Niemand weiss, wo er ist: New York, Dubai, vielleicht Europa.

 

100 Aktionäre, 2,5 Millionen Franken

Das besorgt langjährige Anhänger des Klubs wie Philippe Motgé. Der 40-jährige Treuhänder spielte einst bei den Junioren Servettes. Als Kind rollte er in den glorreichen Zeiten des Klubs in den Pausen der Spiele riesige Bälle, die mit Sponsoren bedruckt waren, über den Rasen der Charmilles. „Damals hatten wir 25‘000 Zuschauer im Stadion“, sagt er mit leuchtenden Augen, „wir hoffen, dass es wieder einmal dazu kommen wird. Ob das wirklich geht, weiss ich nicht.“ Gestern vor dem spiel gegen GC steht er mit seinem Sohn auf dem Vorplatz des Stadions. Sie verteilen Flyer, drei personen helfen ihnen dabei. Mortgé hat die Flugblätter selber in seinem Büro auf einem kleinen Drucker produziert. Sie wollen damit die „Association SFC“ bekannt machen, die sie vergangenge Woche gegründet haben. Mortgé und der Finanzexperte Claude Charmillot sind die treibenden Kräfte. Sie wollen 100 Aktionäre und mit ihnen 2,5 Millionen Franken für Servette sammeln.

In einem Restaurant neben dem Stadion erklärt Mortgé sein Vorhaben. „Was passiert, wenn wir nichts tun?“, hätten sich die Gründer gefragt. Schnell entstanden der Verein, eine Homepage und ein Bankkonto. Die Aktion sei auf Interesse gestossen, Spender hätten bereits Zahlungen getätigt. Der Kontakt zu Pishyar steht noch nicht, dessen anwalt hat ein baldiges Treffen in Aussicht gestellt. „Wir sind bereit zu helfen“ sagt Mortgé, „aber nicht ohne Garantien.“ Die Aktionäre sollen eine Stimme im Verwaltungsrat bekommen, Klarheit über die Verhältnisse soll herrschen, denn vor allem da ortet Mortgé das Hauptproblem. „In Genf gibt es viele bedeutende Firmen“, sagt er, „diese geben aber kein Geld, wenn es keine konkreten Projekte gibt.“ Die heutigen Verhältnisse würden niemanden zu Investitionen animieren. Die Zeit drängt.

 

 

 

 

 

Gründer des Servette-Fanclub Deutschschweiz in der Sonntagszeitung

 

 

 

 

Pascolo wird Trainer der U21-Nati-Torhüter

 

Er war einer der Gründe, warum Servette auch auf der anderen Seite des Röstigrabens so populär ist. Marco Pascolo, momentan Goalietrainer beim FC Sion, wird sein Tätigkeitsfeld in Zukunft ausweiten und wird von nun an auch die Torhüter der U21-Nationalmannschaft trainieren.

 

 

 

 

 

/peter