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Maroons
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14.12.2011 Versöhnlicher Abschied in die Winterpause zurück/back/retour

Servette gewinnt bei Yakin-Dernière

Ungefähr 20 Marooner trafen sich letzten Sonntag am Bahnhof in Luzern, um sich das letzte Spiel der Hinrunde zu gönnen.
Mit den Shuttlebussen und den Shuttlezügen (in Genf könnte man sich eine Scheibe davon abschneiden), gings in Richtung Swissporarena, wo sich im Heim- und Gästesektor noch weitere Marooner tummelten.
Wer jetzt erstaunt darüber ist, warum Marooner plötzlich im Heimsektor sitzen, dem sei die kurze Erklärung gegönnt, dass es sich hierbei um einen Boykott des als „Raubtierkäfig“ installierten Gästesektors. Nächstes Mal werden wohl noch einige mehr mitmachen, denn die „artgerechte Haltung“ ohne gute Sicht auf das Spielfeld, alkoholfreiem Bier, Fahnenverbot und überteuerten Eintrittspreisen ist definitiv nicht gewährt.
Im Stadioninnern wurde das ganze programm auf den Abschied von Ex-Natistar Hakan Yakin ausgerichtet, welcher zum letzten Mal für die Innerschweizer (nicht Toggenburger) aufspielte.

Genau dieser Hakan Yakin war es auch, der in der 6. Minute die erste Luzerner Chance vorbereitete. Seine Flanke flog über den ganz schwach reagierenden Servette-Goalie Barroca hinweg und wurde im letzten Augenblick noch von Moubandje vor dem heranbrausenden Stahel geklärt.

Auf die erste gefährliche Tormöglichkeit der Genfer wartete man 20 Minuten. Eudis spitzelte im Mittelfeld den Ball vom Fuss von Luzerns Sarr zu De Azevedo. Dieser macht sich sofort in Richtung Tor auf, spielt die Kugel zurück in den Lauf von Eudis, dieser lässt am Strafraumrand Wiss aussteigen und zieht trocken ab. Das war das sensationelle 0:1 für den SFC! Wer hätte das geglaubt?

Die Stimmung im Gästesektor schwappte aber nur kurz auf, denn aus Solidarität zum Luzerner Anhang, der mit dem Fahnenverbot zu kämpfen hat, blieben auch die Servette-Fans still und sangen keine Fanlieder.

Sowieso durfte man sich nur kurz freuen, denn sogleich machte sich der FCL daran, den Fehlstart auszubügeln. Bereits in der 22. Minute griff die Heimmannschaft wieder das Genfer Tor an. Lustenberger liess am linken Flügel Rüfli wie einen Schulbub aussehen, flankte ins Zentrum, wo sich niemand für Adrian Winter zuständig fühlte, welcher wuchtig zum 1:1 einköpfte. Damit brachte die Luzerner Nummer 19 auch den Winter, in emotionaler Sicht, in die Gesichter des Servette-Anhangs.

Danach beruhigte sich die Partie ein bisschen. Auch von Hakan Yakin war bis auf einen Schuss aus der Distanz, kurz vor der Pause, nicht mehr viel zu sehen.

So pfiff Schedsrichter Wermelinger beim Stand von 1:1 zur Pause.

Nach dem Wiederanpfiff dauerte es ungefähr 10 Minuten, bis wieder etwas lief. Lustenberger drang in den Servette-Strafraum ein, wurde leicht von Vitkieviez touchiert und ging zu Boden. Für den Schiedsrichter eine klare Angelegenheit, für uns als Zuschauer jedoch umstritten, wenn wir die TV-Bilder analysieren. Für den FCL lief, wie konnte es auch anders sein, Hakan Yakin an. Yakin schoss den Elfmeter halboch in die Flugbahn von Barroca, welcher keine Probleme hatte, den Ball zu halten.

Das Hoffen auf einen Punktgewinn ging für uns Servettiens also noch weiter.

Es dauerte aber wieder eine Weile, bis die Grenats die Schlussoffensive einläuteten. Etwa 20 Minuten vor Schluss war es Eudis, der nach einem Freistoss in Ballbesitz kam und diesen aus sehr guter Position zu lässig mit dem Aussenrist an FCL-Torhüter Zibung vorbeizubringen versuchte. Zibung blieb der Sieger in diesem Duell und konnte gleich eine Minute später wieder durchatmen, als auch Pont nach einem ganz starken Zuspiel von Vitkieviez den Ball nicht im Netz unterzubringen vermochte.

Wer solche Chancen nicht macht, der bekommt sie meistens hinten. So lautet der Volksmund, doch der erwähnt nicht, dass dafür auch etwas getan werden muss. Servette erarbeite sich immer mehr Spielanteile und war dem FCL nun klar überlegen. Es roch nach Führungstreffer.

Nach 77 Minuten war es dann endlich soweit. Ein Pass von Saleiro auf De Azevedo sollte vom schnell reagierenden Sarr abgefangen werden, dieser schlug jedoch am Spielgerät vorbei und eröffnete De Azevedo damit die Riesenmöglichkeit. Der Brasilianer liess sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball eiskalt zum 1:2 im Tor von! Eine kurze Euphoriewelle brach im Gästesektor aus und wurde prompt im Keim erstickt, als das Heimteam plötzlich wieder aufs Gaspedal drückte.

Winter preschte nach Vorne und wurde im Strafraum von Moubandje umgemäht. Schiedsrichter Wermelinger entschied nicht auf Penalty, trotzdem war das Einsteigen unseres Aussenverteidigers im ganz prekären Bereich. Wenn er da den Ball nicht trifft, pfeifft der Schiedsrichter.

Es lief die 90. Spielminute. Luzern wollte unbedingt noch einen Punkt über die Runden retten und ging noch vehementer in die Offensive. Der eingewechselte Hyka legt im Strafraum für den ebenfalls eingewechselten Siegrist auf und der zwang Barroca zu einer unglaublichen Fussabwehr.

Es ging weiter in der Nachspielzeit und einem Konter von Servette. Ein Ball in die Tiefe hebelte die ganze Verteidigung des Tabellenzweiten aus und brachte Saleiro die Chance des Spiels ein, die Chance um alles klar zu machen. Der Portugiese lief völlig alleine auf den Zibung zu, setzte zum Schuss an und traf nur den Aussenpfosten. Wie kann man den nicht machen, fragt man sich da als Zuschauer. Die Antwort wird wohl nur Saleiro kennen.

Und als wäre dies nicht schon genug Anspannung für die Nerven, durfte auch noch Hakan Yakin trotz klarer Tätlichkeit an Kouassi weiterspielen und kam in der 95. Minute zur letzten Chance des Spiels, als er einen missglückten Befreiungsschlag Rüflis direkt aufs Tor hämmerte und Barroca nochmals zu einer Glanztat zwang. Man konnte sich wirklich beim Genfer Keeper bedanken, dass wir nur ein Gegentor kassiert haben.

Dann erlöste uns der Schiedsrichter endlich und man freute sich immens über die wichtigen drei Punkte im Kampf um einen gefestigten Platz im Tabellenmittelfeld.

So überwintern wir nun auf dem sicheren 6. Platz und haben ein kleines Pölsterhcen auf den Barrageplatz, den weiterhin GC inne hat.

 

Wir Marooner verabschiedeten uns nach dem Spiel auch von unseren Freunden aus Genf, welche wir bis nächstes Jahr nicht mehr sehen werden.

Kurz darauf splitteten auch wir uns auf und gingen entweder zurück zum Bahnhof oder machten noch eine kurze Ruhepause in einem Restaurant beim Stadion.

Am Bahnhof Luzern trennten sich unsere Wege dann endgültig und auch wir mussten uns, zumindest für dieses Jahr, provisorisch voneinander verabschieden, obwohl der ein oder andere sich bereits in wenigen Tagen wieder über den Weg laufen werden.

 

 

 

FC Luzern – Servette FC 1:2 (1:1)

 

Swissporarena : 14‘316 Zuschauer

Schiedsrichter : Daniel Wermelinger ; Matthias Arnet, Francesco Buragina

Tore : 20‘ Eudis (0:1), 22‘ Winter (1:1), 77‘ De Azevedo (1:2)

 

Servette FC : Barroca ; Rüfli, Diallo, Roderick, Moubandje ; Vitkieviez, Kouassi, Pizzinat (68‘ Pont), yartey ; Eudis (77‘ Saleiro), De Azevedo (86‘ Routis)

 

FC Luzern : Zibung ; Stahel, Sarr, Puljic, Lustenberger ; Wiss (65‘ Gygax), Kukeli ; Hochstrasser ; Ferreira (77‘ hyka), Yakin, Winter (89‘ Siegrist)

 

Verwarnungen : 20‘ Eudis, 47‘ Kouassi, 56‘ Kukeli, 64‘ Pizzinat, 85‘ Puljic, 85‘ Roderick

 

Bemerkungen : Servette ohne Baumann, Esteban, Karanovic, Schneider (Verletzt), Gross, Maric, Monteiro, Paratte, Pasquier, Soares (Nicht im Aufgebot), 93‘ Pfostenschuss von Saleiro ; Luzern ohne Ianu, Renggli, Sorgic, Thiesson (Verletzt), Bento, Fanger, Kryeziu, Strohhammer, Urtic (Nicht im Aufgebot), 55‘ Barroca hält Foulpenalty von Yakin

 

 

 

 

Beide Zusammenfassungen sollten angesehen werden, wenn man sich ein Bild vom Spiel machen möchte :

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4cbf8cc1-db73-40d4-ac9f-4c9a63cc0010

 

http://www.tsr.ch/sport/football/suisse/super-league/3642240-servette-gache-la-der-de-hakan-yakin.html

 

 

 

 

 

 

 

/peter