So soll die Zukunft des SFC aussehen...

06.02.2014 00:00:00 | maroons

Zusammenfassung der Informationsveranstaltung vom 30. Januar 2014

Fast 200 Menschen nahmen am Donnerstagabend an der Infoveranstaltung des Servette FC teil. In Abwesenheit von Hugh Quennec (krank), war es Philippe Salvi, der für die Stellvertretung des Präsidenten zuständig war. Mit dabei waren: Pascal Zuberbühler, Jean-Michel Aeby, Joanna Maio und Patrick Bruggmann.

AKTUELLE SITUATION DES CLUBS 

Erinnerung an die Ziele des Vereins

Der Verein möchte das Stade de Genève bei jedem Heimspiel füllen, dies soll durch die Schaffung einer engen Beziehung mit den Fans und Partnern gelingen. Man möchte alle Anstrengungen unternehmen um sicherzustellen, dass bereits bei der Ankunft im Stadion ersichtlich wird, dass es ein besonderes Erlebnis wird. Das Ziel ist es 30‘000 Zuschauer bei jedem Spiel zu haben, welche für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Der Verein möchte auch eine enge Verbindung zwischen Spielern und Personal mit der Genfer Gemeinde (Bürger, Unternehmen, gemeinnützige und soziale Organisationen und durch die Organisation von Veranstaltungen) schmieden. Dafür dass die Genfer stolz sind auf ihren Servette FC.

Der Verein hat sich darauf konzentriert junge Spieler aus der Region in die erste Mannschaft zu integrieren, um der Mannschaft eine Identität zu Genf zu geben.

Das Ziel ist es zurück in die Super League zu gehen und den Namen Servette wieder zu integrieren. Der Club hat eine reiche Geschichte und man müsse diese glorreiche Vergangenheit wiederfinden.

Weiter muss nachhaltig für das Stade de Genève und die Finanzen des Vereins gearbeitet werden. Dies erfordert ein gutes Management.

Finanzen

Der Servette FC ist finanziell immer noch zerbrechlich. Es liegt nun in der Verantwortung der Klubführung, die Zahl der Unterstützer und Partner zu erhöhen. Dies ist die Mission, die man ergreifen möchte. Es wurde ein Aktionsplan erstellt, welcher darauf abzielt, die derzeitigen Partner und Unterstützer zu erhalten und diese weiter zu erhöhen. Man verfolgt wichtige Beziehungen zu Partner, wie KMU’s und generell der Genfer Gemeinde.

Infrastruktur    

Man wird schon bald ein Treffen mit dem Kantonsrat haben, da es Arbeiten beim Stade de Genève und Balexert gibt, sowie die Verträge zwischen der Stiftung Stade de Genève und dem Kanton Genf diskutiert werden müssen. Die Arbeiten für das Stade de Genève benötigen 25 Mio. Franken, die arbeiten rund um Balexert erfordern 3 Mio. für den Landkauf und 4 Mio. Franken für Verbesserungen.

Unterstützer und Partner

Der Verein dankt allen Förderern und Partnern die präsent sind. Wie erwähnt will man die Fans und die Partner näher bringen. Man möchte mehr in Kontakt mit Ihnen sein um zu verstehen, was sie denken und was sie wollen. Man wird hierzu Arbeitsgruppen bilden um die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Fans zu verstehen.

Man will ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aufbauen. So wie dies zum Beispiel bei Borussia Dortmund der Fall ist.

Geschäftsführer

Joanna Maio wurde zur Geschäftsführerin des Servette FC ernannt. Sie wird für die Umsetzung verschiedener Events im Stade de Genève zuständig sein. Joanna hat umfangreiche Erfahrungen in der Organisation von grossen Spielen. Insbesondere war sie verantwortlich für Spiele der Champions League sowie für das Finale der Europameisterschaft und Weltmeisterschaftsspiele. Sie hat in den grössten Stadien der Welt gearbeitet und hat eine hohe Sensibilität für die Anhänger und Partner. Sie sei Weltklasse in ihrem Bereich.

Sportdirektor

Es gibt eine signifikante Veränderung in der Organisation der Sportdirektion des Servette FC. Pascal Zuberbühler wurde Technischer Direktor und der Sportdirektor Loic Favre wurde zum Chef für Scouting und Recruitment ernannt. Pascal ist für das technische Personal und die Spieler des Vereins zuständig. Loic wird Spieler entweder in der Schweiz oder im Ausland rekrutieren. Die starke lokale Identität will man beibehalten, will diese aber durch starke ausländische Spieler abrunden. Jean-Michel Aeby bleibt Cheftrainer. Mario Cantaluppi ist Assistenzcoach und wird neu Vollzeit angestellt. Sie beide werden unter Pascal Zuberbühler arbeiten. Pascal und Loic werden eng zusammenarbeiten, um die Verträge der aktuellen Spieler zu erneuern und um interessierte neue Spieler einzustellen.

Akademie

Wie bereits angekündigt, ist Patrick Bruggmann der neue Technische Direktor der Akademie. Es wird seine Aufgabe sein, für das Projekt neue junge Spieler zu entwickeln und diese in die 1. Mannschaft zu führen.

Werte und Mission

In der ersten Mannschaft wie auch in der Akademie will man die starken Werte des Servette FC verteidigen. Der SFC steht gegen Betrug und Manipulation von Offiziellen. Man möchte eines der besten Beispiele der Welt werden was die Integrität, den Respekt und das Fair Play betrifft. Die Akademie sowie die erste Mannschaft folgen dem Label „Sport for Life“ die dieses Engagement unterstützen und sicherstellen, dass die hierfür benötigte Arbeit im Verein aufgebracht wird. Servette will diese Charta nicht einfach nur unterzeichnen sondern sie auch ausleben.

Der Verein möchte Spiele und Titel gewinnen, auf dem höchsten Niveau des Wettbewerbs mitspielen. Man ist überzeugt, dass man dies auch tun kann.

Man will Genf als führende Schweizer Stadt im Sport aber auch in der Ausbildung von Jugendlichen und auch in der Beziehung zu seinen Fans, sowie dies Genf bereits vormacht in der humanitären Welt und in den Diplomaten-, Finanz-, Uhren und anderen Bereichen. Servette soll Auswirkungen auf das Leben der Genfer haben.

Veranstaltungen im Stade de Genève

Joanna Maio ist neu für Veranstaltungen im Stade de Genève verantwortlich. Viele Veranstaltungen fanden letztes Jahr statt:

Brasilien – Italien (29‘400 Zuschauer)

Schweiz- Zypern (17‘700 Zuschauer)

Bruce Springsteen Konzert, Rugby Seven, Legion Geneva Challenge (9‘000 Zuschauer)

Spanien – Chile (13‘500 Zuschauer)

Kroatien – Portugal (14‘500 Zuschauer)

Winter Classic (29‘400 Zuschauer)

Man wird auch in Zukunft weitere solche Events im Stade de Gen&egegrave;ve organisieren.

Auf Initiative der Zuschauer wurden die Barrieren auf dem Platz vor der Tribüne Nord entfernt. Damit soll auch die Empfangsqualität vor dem Stadion verbessert werden. Das Village du Servette, welches sich nun im Herzen dieses Platzes befinden wird, soll weiter die Qualität vor Ort verbessern.

SEKTOR SPORT

Neues Trikot

Der Servette FC hat am 25. Januar bei einem öffentlichen Training ein neues Trikot vorgestellt. Tibert Pont stellte das neue Trikot vor. Er sagte, er sei stolz darauf das Trikot zu tragen. Das Dress ist inspiriert durch die mythischen Trikots der späten 70er. Das neue Fourteen Trikot hat einen Retro-Look das von alten Trikots übernommen wurde. Es ist weit geschnitten und komfortabel.

Teampräsentation

Jean-Michel Aeby sagte er ist stolz darauf Trainer dieser Mannschaft zu sein und auf die bisher geleistete Arbeit mit seiner Truppe. Die Zusammenarbeit mit dem technischen Personal sei ausgezeichnet. Beim Trainingslager in Estepona (Spanien) seien die Trainingsbedingungen sehr gut gewesen und das Team sei nun bereit für diese wichtigen Spiele die folgen werden. Aeby, seine Mitarbeiter und das Team werden alles unternehmen um den Verein zurück in die Super League zu bringen. (Der Coach stellte dann auch alle Spieler einzeln vorgestellt.)

Captain Alexandre Pasche sagte, dass das Team eine ideale Vorbereitung hatte, es arbeitet hart und das Gemeinschaftsgefühl ist sehr ausgeprägt. Man möchte mit Stolz die Stadt Genf und die Ziele des Vereins auf dem Fussballplatz repräsentieren. Als Spieler und Mitarbeiter des Vereins fühle er wie sich jeden Tag etwas ändere und der Professionalismus ständig zunehme. Das Team sei voll von Leuten die hart für die ambitiösen Ziele des Vereins arbeiten, darunter auch die beiden Verstärkungen Korede Aiyegbusi und Xavier Margairaz.

Der junge Maxime Dominguez, 17, betrat die Bühne und nahm das Mikrofon. Er erzählte, von seinem ersten Trainingslager mit der ersten Mannschaft. Dominguez ist schon seit 5 Jahren beim SFC, er fühle sich vom Verein ernst genommen und alles laufe sehr professionell ab. Junge Spieler spüren, dass sie eine Chance haben. Er sei stolz dieses geschichtsträchtige Trikot zu tragen. Er begrüsste die Fortschritte des Vereins und hofft er könne sich vollständig ins Team integrieren und letztlich einige Spielminuten erhalten.

Akademie

Patrick Bruggmann ist der neue Technische Direktor der Akademie des SFC. Er hat zuvor bei den BSC Young Boys gearbeitet (Bericht der Maroons). Er freut sich auf die neue Herausforderung in Genf. Er habe von Bern aus beobachtet, dass die Arbeit in Genf sehr gut gemacht werde und die Gegend voller Talente sei. Er kann auf ein Team von kompetenten Trainern zählen. Ziel sei es, Spitzenleistungen in allen Bereichen zu erzielen und viele neue junge Spieler in der ersten Mannschaft zu integrieren. Das Label „Sport for Life“ soll jeden Tag in die Tat umgesetzt werden. Der SFC hat derzeit 15 Internationale in verschiedenen Altersklassen. Das Sport+Lernen Programm des SFC sei sehr effizient und ermöglicht dem Verein seine jungen Talente auf einem hohen Niveau auszubilden.

Sport Projekte

Pascal Zuberbühler sprach als neuer Technischer Direktor des Servette FC. Er sei stolz darauf, ein Teil dieses Projekts beim SFC zu sein. Während seiner Karriere hat er nicht nur auf höchstem Niveau in der Schweiz gespielt, sondern auch in England. Er habe noch nie so viel Potenzial gesehen, wie er dies gegenwärtig in Genf sehe. Ein Club ohne Akademie sei zum Scheitern verurteilt. Deshalb soll ein besonderes Augenmerkt darauf gerichtet werden. Er sei glücklich, dass man Patrick Bruggmann als Technischer Direktor der Akademie, aber auch ein paar hochdekorierte Trainer beim SFC habe. Es sei wichtig, dass die jungen Spieler sich mit dem Projekt des Vereins identifizieren können. In diesem Zusammenhang war es ein Anliegen die jungen Spieler von Evaux zurück nach Balexert zu holen, damit sie dort auch auf die Spieler der ersten Mannschaft treffen. So können die jungen Spieler sehen welche Schritte sie noch gehen müssen um auch einmal in der ersten Mannschaft zu spielen. Man sei nun eine Familie.

Genf brauche ein Team auf höchstem Niveau. Jeden Tag kämen Leute der Strasse auf ihn zu um über die Bedeutung des Vereins in der Stadt Genf zu reden. Es sei auch sehr imposant wie viele Deutschschweizer Anhänger der Verein habe.

Alles hängt vom sportlichen Niveau ab. Es erfordert harte Arbeit und die Verteidigung der Werte des Clubs um dies zu erreichen. Dies geschehe aber nicht einfach über Nacht, sondern es braucht seine Zeit um Spitzenleistungen erzielen zu können. Der Club schlägt die richtige Richtung ein und jeden Tag gibt es Fortschritte zu verzeichnen. Das technische Personal sei effizient und arbeite harmonisch im Interesse des Vereins.

Zusammenfassung: Servette FC
Frei übersetzt: Kevin

Ein Bericht der NZZ über Vaduz und die Akzeptanz der Liechtensteiner

Vielleicht doch lieber Servette (NZZ / Stephan Ramming / 03.02.2014)

Vaduz strebt als Leader der Challenge League den Aufstieg an – obwohl die Liechtensteiner schon einmal erfahren haben, dass sie in der Super League ungebetene Gäste sind.

Heute Montag greift mit dem Heimspiel gegen den FC Lugano auch der Leader der Challenge League wieder in den Meisterschaftsbetrieb ein – der FC Vaduz. Die Liechtensteiner avisieren mit vier Punkten Vorsprung und einer starken Mannschaft den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Vaduz in der Super League? Da war doch was.

Bereits in der Saison 2008/09 spielten die Liechtensteiner in der höchsten Liga. Sie stiegen nicht nur sang- und klanglos ab, sie veranstalteten mit dem Weltmeister Pierre Littbarski als Trainer oder mit hektischen Spieler-Transfers nicht nur einen kläglichen Zirkus, sondern zogen nach nur einer Saison den Groll der Fussball-Schweiz auf sich. «Der FC Vaduz brachte der Liga nichts», erinnert sich der damalige Liga-Präsident Peter Stadelmann. Der Zuschauerdurchschnitt betrug 2176, zurzeit liegt er bei 1228. Zu Stadelmanns Erstaunen änderte die Liga-Generalversammlung den Vertrag mit den Liechtensteinern damals nicht. Die Änderung hätte etwa vorgesehen, dass Vaduz in der Challenge League, nicht aber in der Super League mitspielen kann. Nun darf Vaduz weiterhin aufsteigen, würde aber nur um den Klassenerhalt spielen. Basierend auf den bestehenden Verträgen müsste Vaduz der Liga eine geschätzte Antrittsgebühr von einer halben Million Franken zahlen und würde auf einen Teil der TV- und Marketing-Gelder aus dem Topf der Liga verzichten. Es ist davon auszugehen, dass der FC Vaduz der Super League in der nächsten Saison gleich viel brächte wie 2009 – nichts.

Doch die mit einer zweijährigen Kündigungsfrist versehene Vereinbarung zwischen der Liga und den Liechtensteinern ist rechtskräftig. Deshalb sagt der Liga-Präsident Heinrich Schifferle, dass «keine gültigen Verträge aufgelöst werden, nur weil jemandem der Aufsteiger nicht passt». Auch Liga-CEO Claudius Schäfer sieht keine Veranlassung, zuhanden der Liga-Mitglieder eine Vertragsänderung vorzubereiten. In Vaduz sieht man die Sache sportlich. «Selbstverständlich würden wir die Herausforderung in der obersten Spielklasse annehmen», sagt Geschäftsführer Patrick Burgmeier, aber «keine Experimente machen» und «weiterhin das Selbstverständnis eines Dorfvereins» pflegen. Das klingt vernünftig. Und vielleicht steigt am Ende ja doch der Servette FC auf.