Bericht aus Wil und Infos ├╝ber den "neuen" Trainer

13.04.2009 00:00:00 | maroons
Der Challenge-League-Vorletzte Locarno hat sich vor dem Spiel gegen Lausanne mit sofortiger Wirkung von Trainer Paul Schönwetter getrennt. Trotzdem verloren sie gegen unseren nächsten Gegner mit 0-3. Deshalb hat Servette jetzt 2 Punkte Vorsprung auf den Strich und auf das letztplatzierte Gossau sind es jetzt 4 Punkte.
 
Und so geht’s weiter:
 
SA 18. April   19.30              FC Lausanne-Sport - Servette FC   http://www.lausanne-sport.ch/
MI 22. April  20.30              Servette FC - FC St.Gallen
SA 25. April   18.30              FC Locarno - Servette FC
 
Bericht aus dem St.Galler Tagblatt
Der FC Wil gewinnt auch sein drittes Auswärtsspiel in Folge nicht. Beim 1:1 in Genf gegen Servette treten die Ostschweizer zu Beginn effizient auf, müssen in der Schlussphase aber zittern.
Wer sich am Gründonnerstag entschieden hatte, das Challenge-League-Spiel zwischen Servette und Wil zu besuchen, der fragte sich zu Beginn, wieso er das tat. Denn das Gebotene im Stade de Genève hatte – vor allem in der ersten Halbzeit – wenig Unterhaltungswert. Die Wiler beschränkten sich in erster Linie darauf, kein Gegentor zu kassieren. In der Offensive klappte bei den Gästen wenig und es resultierte in den ersten 45 Minuten nur ein nennenswerter Wiler Angriff. Dieser genügte jedoch, um den Führungstreffer zu erzielen. Silvio spielte auf der linken Seite Diren Akdemir an. Dieser lief bis fast zur Grundlinie, um danach mit einer präzisen Flanke Dario Lezcano zu bedienen. Der Paraguayer traf aus rund fünf Metern mittels Kopfball zum 1:0 für die Ostschweizer. Es war sein vierter persönlicher Torerfolg. Somit ist Lezcano zusammen mit Mathias Christen und Silvio der beste Wiler Torschütze in dieser Saison.
Zwei Wechsel zur Pause
Dieser Treffer konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Auftritt Wils in der ersten Halbzeit nur selten den Ansprüchen der zweithöchsten Liga genügte. «Es fehlte an Leidenschaft und Engagement», sagte Trainer Dieter Münstermann nach dem Spiel über die ersten 45 Minuten. Trotzdem schien die Partie für die Gäste zu laufen. Als in der ersten Halbzeit die zweite Minute der Nachspielzeit angebrochen war und alles auf den Pausenpfiff wartete, glich Servette jedoch aus. Anthony Braizat passte auf Matias Vitkieviez, der aus kurzer Distanz das 1:1 erzielte.
Nach der Pause, als bei den Gästen Nicolas Huber sowie Anto Franjic das Feld nicht wieder betreten hatten und durch Sally Sarr sowie Lucca Kaiser ersetzt worden waren, zeigten sich die Ostschweizer verbessert. Sie trauten sich nun vermehrt in die Platzhälfte des Gegners und erspielten sich einige Möglichkeiten. Die beste vergab Marko Muslin, als er nach einem Corner per Kopf am Genfer Torhüter David Gonzalez scheiterte.
Das Glück als Lohn
In der Schlussphase standen die Genfer dem Sieg nahe. Der eingewechselte Vincent Rüfli traf in der 83. Minute den Pfosten, Vitkieviez sowie Genséric Kusunga vergaben Möglichkeiten aus kurzer Distanz und Braizat scheiterte am Wiler Torhüter Davide Taini. «Für unsere Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit wurden wir in diesen Aktionen mit dem Glück belohnt», sagte Münstermann hinterher.

 

http://www.tagblatt.ch/sport/fussball
 
Dieser Bericht war auf football.ch vor dem Wil Match zu lesen
Der bisherige Assistent und Konditionstrainer William Niederhauser ist ab sofort interimistisch für die 1. Mannschaft von Servette in der Dosenbach Challenge League verantwortlich. Mit 36 Jahren fühlt er sich bereit für die grosse Aufgabe, den Genfer Traditionsverein vor dem Abstieg zu bewahren. «Ich sagte nach 15 Sekunden zu», lacht der Ausbildungschef. Die Mission beginnt am Donnerstag gegen den FC Wil. Die Vorschau auf die 22. Runde der Dosenbach Challenge League.

Auch wenn der neue Servette-Trainer auf höchstem Niveau noch ein Unbekannter ist, verfügt er bereits über einige Erfahrung im Business. Nach zwei Anstellungen als Assistenztrainer unter Gérard Castella - seinem Vorgänger auf der Bank der Genfer - bei Etoile Carouge (2000 bis 2002) und unter Michel Decastel bei CS Sfaxien in Tunesien (2004 bis 2006, ein Meistertitel), arbeitete William Niederhauser in der Saison 2006/07 als Konditionstrainer beim Team Vaud und ein Jahr später in gleicher Funktion beim FC Zürich. Als hautptverantwortlicher Trainer betreute er zwei Jahre lang die U19-Auswahl von Etoile Carouge (2002/04) und für eine Saison Perly-Certoux in der 2. Liga interregio (2007/08). «Ich bin jetzt 36-jährig und muss nun einmal auf diesem Niveau anfangen», bemerkt er.

William Niederhauser musste nicht lange überlegen, ob er das Angebot des Präsidenten annehmen soll. «Ich fühlte mich sehr geehrt, dass man an mich dachte. Normalerweise hätte ich noch zehn Jahre warten müssen, bis mir eine solche Gelegenheit angeboten worden wäre», glaubt der neue starke Mann an der Seitenlinie. «Ich sehe das auch als Bestätigung meiner Arbeit mit den jungen Spielern.» Seine Arbeit im Ausbildungszentrum des Genfer Klubs wird für die kommenden zwei Monate auf Eis gelegt, damit er sich auf den Klassenerhalt mit der 1. Mannschaft in der zweithöchsten Liga konzentrieren kann.

Niederhauser: «Das Risiko gehört zum Fussball»
Der Wechsel an die Trainerposition in einer derart delikaten Lage - Servette steht auf Rang 14 mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Abstiegsplatz des FC Locarno - beinhaltet auch einiges Risiko. «Das gehört zum Fussball dazu», unterbricht der französisch-schweizerische Doppelbürger. «Im Alltag fordern wir von den Junioren immer wieder, ehrgeizig zu sein, Herausforderungen anzunehmen und immer alles zu geben. Nun kann ich persönlich eine solche Chance nicht ablehnen. Ich sehe es als eine grosse Gelegenheit an, die es zu ergreifen gilt.»

Der Trainer fordert Spieler, die sich auflehnen
Servette hat nach 21 Runden erst drei Siege auf dem Konto, im Jahr 2009 gelang den Genfern bisher noch kein Sieg und aus sechs Partien resultierten nur gerade vier Punkte. Was kann nun William Niederhauser in drei Tagen erreichen und verändern? «Ich werde eine andere Sprache sprechen, einen neuen Impuls geben. Mein Ziel ist es, der Mannschaft eine positive Dynamik und neuen Teamgeist einzuflössen. Ich will am Donnerstag Abend gegen den FC Wil 14 Kämpfer sehen, die am gleichen Strang ziehen. Diejenigen, die sich am stärksten auflehnen, werden auf dem Spielfeld stehen.» Eines scheint klar: bei Servette werden die Karten neu verteilt.
/bö