Servette mit zweitem Sieg innerhalb einer Woche

07.10.2013 00:00:00 | maroons

Servette lässt Schaffhausen punktelos nach Hause fahren 

Beherzte Leistung schlecht belohnt: (fcschaffhausen.ch / 07.10.2013)

 

Trotz einem starken Auftritt der Schaffhauser in der Romandie musste das Team von Maurizio Jacobacci die Heimreise in die Nordschweiz mit leeren Händen antreten. Der FCS unterlag Servette Genf im Stade de Genève mit 1:2.

 

«Wir haben den Gegner im ersten Durchgang von A bis Z dominiert – das Einzige, was fehlte, war der Torerfolg», beklagte FCS-Coach Jacobacci am Sonntagabend in den Katakomben des Stade de Genève das fehlende Abschlussglück seiner Mannschaft. In der Tat mussten sich die mitgereisten Schaffhauser Anhänger nicht für den Auftritt ihrer Mannschaft beim nominell wertvollsten Verein der Challenge League schämen. Die Gäste spielten im Spitzenkampf frech auf und erarbeiteten sich in der ersten Halbzeit einige Grosschancen. In der 32. Minute wehrte der Genfer Torhüter Roland Müller nach einem Frontino-Freistoss gleich zwei Nachschüsse ab, und nur zwei Minuten später tauchte Gianluca Frontino – herrlich lanciert von Faruk Gül – allein vor dem deutschen Schlussmann der Genfer auf. Müller behielt bei Frontinos Lobversuch aber die Nerven und machte auch die zweite hundertprozentige Möglichkeit der Nordostschweizer zunichte. In der Folge hatten die Schaffhauser einiges an Pech zu beklagen. Ganz nach dem Motto «Wer die Tore vorn nicht macht, kriegt sie hinten» drehten die Genfer fünf Minuten vor Schluss in der Offensive auf und markierten durch einen Kopfball von David Marazzi den glücklichen Führungstreffer im praktisch leeren Rund des Stade de Genève (4‘105 Zuschauer). «Unser Torhüter war in der ersten Halbzeit klar der Matchwinner», meinte der Neuzuzug vom FC Aarau nach der Partie, «doch mein Treffer hat bei uns im Kopf einen Knoten gelöst, und wir konnten in der Folge befreiter aufspielen.» Der mustergültige Genfer Konter Für die Schaffhauser kam der Treffer zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, und das Team konnte nach dem Seitenwechsel nicht an die starke Leistung anknüpfen. Der Fokus bei den Gästen lag nun auf dem Verhindern eines zweiten Gegentreffers, was ihnen aber nur bis zwanzig Minuten vor Schluss erfolgreich gelang: Der eingewechselte Stürmer Igor Tadic markierte nach einem mustergültigen Konter das vorentscheidende 2:0 für die Grenats. Zwar erzielte Patrick Rossini kurz vor Spielende (86.) mit einem satten Weitschuss in die rechte Ecke aus dem Nichts noch den Anschlusstreffer – dieser kam aber trotz vier Nachspielminuten zu spät, um die Genfer Hintermannschaft noch nachhaltig ins Wanken zu bringen. So konnten sich die Genfer über die anvisierten drei Punkte freuen, die sie wieder näher an die Tabellenspitze heranbringen. Auf der anderen Seite haderten die FCS-Akteure mit dem Pech im Abschluss. Der Ärger aufseiten der Gäste war verständlich, trat man doch auf fremdem Terrain äusserst selbstbewusst auf und machte mit einigen Fehlern kurz vor der Pause alles zunichte. Lob von Zuberbühler «Das Gegengoal war ein Geschenk von uns. Würden wir in der ersten Hälfte in Führung gehen, hätten wir die drei Punkte wahrscheinlich geholt», so Maurizio Jacobaccis Analyse nach dem Spitzenkampf. Da nützte es den Gelb-Schwarzen auch nichts, dass die Genfer dem Tabellendritten nach der Partie einiges an Respekt zollten. «Wir waren in der ersten Halbzeit überrascht, wie stark der FC Schaffhausen aufgetreten ist, und haben den Sieg heute sicherlich grösstenteils unserem Schlussmann zu verdanken. Was für uns zählt, ist, dass wir drei Punkte geholt haben und damit nach einem durchzogenen Saisonstart weiter nach vorn gerückt sind», meinte der Genfer Torhütertrainer Pascal Zuberbühler über die Leistung der Munotstädter. Auch Torschütze David Marazzi musste zugestehen, dass die Nordostschweizer für ihren mutigen Auftritt zu schlecht belohnt wurden: «Ein Unentschieden wäre heute das gerechte Ergebnis gewesen.» Maurizio Jacobacci warnt davor, nach dem weiteren unnötigen Punktverlust (im Spiel zuvor nur 2:2 zu Hause gegen Wohlen) den Kopf in den Sand zu stecken: «Die Mannschaft hat sich in Genf von ihrer besten Seite präsentiert – ich kann ihr nichts vorwerfen. Jetzt sind wir es unseren Fans schuldig, im Heimspiel gegen den FC Locarno in zwei Wochen eine deutliche Reaktion zu zeigen.». / http://www.fcschaffhausen.ch

 

 

Servette FC – FC Schaffhausen 2:1 (1:0)

 

Stade de Genève : 4‘105 Zuschauer

Schiedsrichter : Stephan Klossner ; Bruno Zurbruegg, Sertac Kurnazca

Tore : 43’ Marazzi (1:0), 70’ Tadic (2:0), 86’ Rossini (2:1)

 

Servette FC : Müller ; Sauthier, Dams, Routis, Markovic ; Doumbia, Pasche ; Tréand, Crettenand (79’ Mfuyi) ; Marazzi (67’ Bua) ; Placca (57’ Tadic)

 

FC Schaffhausen : Vasic ; Gonçalves, Mollet (69’ Varga), Thrier, Alioski ; Ndzomo, Mangold ; Schiendorfer (57’ Büchel), Frontino, Gül (78’ Buqaj) ; Rossini

 

Verwarnungen : 10’ Schiendorfer, 18’ Ndzomo, 31’ Markovic, 32’ Routis, 70’ Tadic, 86’ Buqaj, 90’+5 Sauthier

 

Bemerkungen : Servette ohne Ben, Cespedes, Fargues, Gazzetta, Guedes, Hasanovic, Hempler, Moutinho (Nicht im Aufgebot) ; Schaffhausen ohne Dos Santos, Fejzulahi, Krleski, Schnorf, Sorgic (Verletzt), Baumgartner, Demhasaj, Haxhija, Martic (Nicht im Aufgebot)